Apache Groovy #4: Kontrollstrukturen

In diesem Beitrag stelle ich dir die Kontrollstrukturen von Apache Groovy vor.

Apache Groovy #4: Kontrollstrukturen
Apache Groovy #4: Kontrollstrukturen

Wenn du die Programmiersprache Java bereits kennst, dann wirst du dich mit der Kontrollstruktur in Groovy schnell zurechtfinden. Jedoch gibt es auch hier ein paar nette Features, welche die Arbeit beim Programmieren etwas erleichtert.

In der offiziellen, englischen Dokumentation zu Apache Groovy findest du eine noch ausführlichere Beschreibung der Kontrollstrukturen.

If-Bedingung

Beginnen wir mit der If-Bedingung. Diese startet mit dem Schlüsselwort „if“ gefolgt von einem Klammerpaar in welchem ein Boolescher Ausdruck vorhanden ist.

if(true)
    println "Bedingung ist Wahr"
    
if(false)
    println "Bedingung ist Falsch"

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> if(true) 
groovy>     println "Bedingung ist Wahr" 
groovy>      
groovy> if(false) 
groovy>     println "Bedingung ist Falsch" 
 
Bedingung ist Wahr

In diesem Beispiel wird nur die Zeile „Bedingung ist Wahr“ ausgegeben, denn nur die Bedingung in der ersten If-Bedingung ergibt true. (Okay, weil da das Wort true drin steht.)

Ein echter Ausdruck währe zbsp. das Prüfen, ob eine Variable gefüllt ist.

String vorname = "Stefan"
String nachname

if(vorname)
    println "Der Vorname ist gefüllt"
    
if(nachname)
    println "Der Nachname ist gefüllt"

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> String vorname = "Stefan" 
groovy> String nachname 
groovy> if(vorname) 
groovy>     println "Der Vorname ist gefüllt" 
groovy>      
groovy> if(nachname) 
groovy>     println "Der Nachname ist gefüllt" 
 
Der Vorname ist gefüllt

Auch in diesem Fall wird nur die erste If-Bedinung abgehandelt, denn die Variable „nachname“ ist null bzw. nicht befüllt.

Hier kommt eines der erwähnten netten Features zum tragen, denn normalerweise hätten wir hier einen Null-Check machen müssen, um auf keine NullPointerException zu stoßen. In Groovy werden leere Objekte bei dieser Prüfung als false erkannt.

Das heißt, selbst wenn wir die Variable mit einem leeren String initialisieren, wird dieses als leer interpretiert.

String nachname = ""
    
if(nachname)
    println "Der Nachname ist gefüllt"

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> String nachname = "" 
groovy>      
groovy> if(nachname) 
groovy>     println "Der Nachname ist gefüllt" 

Boolesche Operatoren

Wir können mit Boolesche Operatoren auch prüfen ob eine Variable / ein Objekt mit bestimmten Werten befüllt oder einen bestimmten Zustand hat.

Dazu können wir die aus der Mathematik bekannten Zeichen verwenden:

  • > – größer
  • < – kleiner
  • == – gleich

Beim Prüfen, ob eine Variable gleich einem Wert ist müssen wir zwei Gleichheitszeichen verwenden, denn mit einem Gleichheitszeichen würden wir der Variable etwas zuweisen.

def alter = 42
    
if(alter > 45)
    println "Das Alter ist größer 45"
 
if(alter < 45)
    println "Das Alter ist kleiner 45"
    
if(alter == 45)
    println "Das Alter ist gleich 45"
    

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def alter = 42 
groovy>      
groovy> if(alter > 45) 
groovy>     println "Das Alter ist größer 45" 
groovy>   
groovy> if(alter < 45) 
groovy>     println "Das Alter ist kleiner 45" 
groovy>      
groovy> if(alter == 45) 
groovy>     println "Das Alter ist gleich 45" 
groovy>      
 
Das Alter ist kleiner 45

Wir können auch einen Ausdruck umkehren, dazu setzen wir vor dem Ausdruck ein Ausrufezeichen.

def vorname = "Stefan"
def nachname = ""
    
if(!vorname || !nachname)
    println "Beide Variablen müssen befüllt sein!"

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def vorname = "Stefan" 
groovy> def nachname = "" 
groovy>      
groovy> if(!vorname || !nachname) 
groovy>     println "Beide Variablen müssen befüllt sein!" 
 
Beide Variablen müssen befüllt sein!

In diesem Fall ist die Variable „nachname“ nicht befüllt und somit kommt es zur Ausgabe von „Beide Variablen müssen befüllt sein!“

geschweifte Klammern für mehrere Zeilen einer Bedingung

Wenn unsere If-Bedingung nur eine Zeile zum Ausführen hat so können wir uns ein geschweiftes Klammernpaar sparen. Wenn jedoch mehr Zeilen mit dazu gehören sollen so müssen wir den Code in ein geschweiftes Klammernpaar setzen.

def name = "Stefan"
if(name){
    println "Der Name ist nicht leer!"
    println "Der Name ist $name"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def name = "Stefan" 
groovy> if(name){ 
groovy>     println "Der Name ist nicht leer!" 
groovy>     println "Der Name ist $name" 
groovy> } 
 
Der Name ist nicht leer!
Der Name ist Stefan

If-Else

Wenn man einen Bedingung behandelt möchte man ggf. im Fehlerfall eine gesonderte Ausgabe machen.

def name = "Stefan"
if(name == "Max"){
    println "Der Name ist Max"
} else {
    println "Der Name ist NICHT Max"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def name = "Stefan" 
groovy> if(name == "Max"){ 
groovy>     println "Der Name ist Max" 
groovy> } else { 
groovy>     println "Der Name ist NICHT Max" 
groovy> } 
 
Der Name ist NICHT Max

Mit einem Else If können wir wiederum eine weitere Bedingung hinzufügen welche prüft wird, wenn die vorherige das Ergebnis Falsch bzw. false liefert.

def name = "Stefan"
if(name == "Max"){
    println "Der Name ist Max"
} else if(name == "Moritz") {
    println "Der Name ist Moritz"
} else {
    println "Der Name ist NICHT Max und auch NICHT Moritz"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def name = "Stefan" 
groovy> if(name == "Max"){ 
groovy>     println "Der Name ist Max" 
groovy> } else if(name == "Moritz") { 
groovy>     println "Der Name ist Moritz" 
groovy> } else { 
groovy>     println "Der Name ist NICHT Max und auch NICHT Moritz" 
groovy> } 
 
Der Name ist NICHT Max und auch NICHT Moritz

Schleifen

Wenn wir einen Code x-mal wiederholen möchten, so können wir eine Schleife verwenden, dabei unterscheiden wir von Kopfgesteuerten Schleifen und Fußgesteuerten Schleifen.

Bei Kopfgesteuerten Schleifen wird die Bedingung zunächst geprüft und wenn diese Wahr bzw. true ist ausgeführt und bei Fußgesteuerten Schleifen wird der Code ausgeführt und danach dann geprüft, ob diese Bedingung Wahr bzw. true ist. Das ist ein großer Unterschied, da sich der Code in der Schleife in einem definierten Zustand befinden muss.

While-Schleife

Kommen wir zunächst zur ersten Kopfgesteuertenschleife, die While Schleife. Der Code innerhalb des geschweiften Klammerpaares wird so lange wiederholt, wie die Bedingung Wahr bzw. true ist.

def counter = 0
while( counter < 10){
    println counter
    counter = counter + 1
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def counter = 0 
groovy> while( counter < 10){ 
groovy>     println counter 
groovy>     counter = counter + 1 
groovy> } 
 
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9

For-Schleife

Die For-Schleife ist etwas mächtiger als die While-Schleife, diese wirst du in deinem späteren Code häufiger verwenden müssen.

Zum einen kann diese auch wie die While-Schleife von einem definierten Startwert bis zu einem Endwert durchlaufen.

for(start =0;start < 10;start++){
    println start
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> for(start =0;start < 10;start++){ 
groovy>     println start 
groovy> } 
 
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9

Wir können auch die Schritte zum Hochzählen ändern.

for(start = 0; start < 10; start = start + 2){
    println start
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> for(start =0;start < 10;start= start +2){ 
groovy>     println start 
groovy> } 
 
0
2
4
6
8

Mit der For-Schleife können wir auch sehr einfach Listen durchlaufen:

def names = ["Stefan", "Gabi", "Max", "Moritz"]
for(name in names){
    println name
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def names = ["Stefan", "Gabi", "Max", "Moritz"] 
groovy> for(name in names){ 
groovy>     println name 
groovy> } 
 
Stefan
Gabi
Max
Moritz

Switch-Case

Mit einem Switch Case Statement kann man eine Variable prüfen und ähnlich wie eine If-Bedingung auf einen definierten Wert behandeln.

def number = 10
switch (number){
    case 1:
        println "Die Zahl ist 1"
        break
    case 2:
        println "Die Zahl ist 1"
        break
    default:
        println "Die Zahl ist nicht 1 und auch nicht 2"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def number = 10 
groovy> switch (number){ 
groovy>     case 1: 
groovy>         println "Die Zahl ist 1" 
groovy>         break 
groovy>     case 2: 
groovy>         println "Die Zahl ist 1" 
groovy>         break 
groovy>     default: 
groovy>         println "Die Zahl ist nicht 1 und auch nicht 2" 
groovy> } 
 
Die Zahl ist nicht 1 und auch nicht 2

Wir können aber nicht nur Zahlen behandeln sondern auch Zeichenketten (Strings).

def name = "Stefan"
switch (name){
    case "Stefan":
        println "Der Name ist Stefan"
        break
    case "Max":
        println "Der Name ist Max"
        break
    default:
        println "Der Name ist weder Stefan noch Max"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> def name = "Stefan" 
groovy> switch (name){ 
groovy>     case "Stefan": 
groovy>         println "Der Name ist Stefan" 
groovy>         break 
groovy>     case "Max": 
groovy>         println "Der Name ist Max" 
groovy>         break 
groovy>     default: 
groovy>         println "Der Name ist weder Stefan noch Max" 
groovy> } 
 
Der Name ist Stefan

eine Range verarbeiten

Das Switch-Case Konstrukt kann auch Zahlen innerhalb einer Range verarbeiten / prüfen.

Dabei wird im Case Statement die Range mit einem Anfangswert gefolgt von zwei Punkten und dem Endwert angegeben.

int zahl = 1

switch(zahl){
 case 1..5: 
     print"die Zahl liegt zwischen 1 und 5"
     break;
 case 6..10:
     print"die Zahl liegt zwischen 6 und 10"
     break;
 default:
      print"die Zahl ist kleiner 1 oder größer 10"
}

Ausgabe in der GroovyConsole:

groovy> int zahl = 1 
groovy> switch(zahl){ 
groovy>  case 1..5:  
groovy>      print"die Zahl liegt zwischen 1 und 5" 
groovy>      break; 
groovy>  case 6..10: 
groovy>      print"die Zahl liegt zwischen 6 und 10" 
groovy>      break; 
groovy>  default: 
groovy>       print"die Zahl ist kleiner 1 oder größer 10" 
groovy> } 
 
die Zahl liegt zwischen 1 und 5

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