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Waveshare IMX708 am Raspberry Pi 5: „no cameras available“ beheben

Veröffentlicht am 9. Oktober 20269. Oktober 2026 von Stefan Draeger

Eine Kamera per CSI-Kabel an den Raspberry Pi 5 anschließen, Raspberry Pi OS starten und mit rpicam-hello testen – eigentlich klingt das nach einer Sache von wenigen Minuten.

Genau das dachte ich auch, als ich die Waveshare IMX708 mit 12 Megapixeln an meinen Raspberry Pi 5 anschließen wollte.

Die Kamera war mit dem CSI-Anschluss verbunden, der Raspberry Pi lief und der erste Test konnte beginnen. Doch statt eines Kamerabildes erschien lediglich:

raspi@raspberry:~ $ rpicam-hello
[0:00:25.909833854] [1850]  INFO Camera camera_manager.cpp:340 libcamera v0.7.2+rpt20260817
MESA-EGL: warning: DRI3 error: Could not get DRI3 device
MESA-EGL: warning: Ensure your X server supports DRI3 to get accelerated rendering
Made egl preview window
ERROR: *** no cameras available ***

Auch die Prüfung mit

rpicam-hello --list-cameras

lieferte zunächst nur:

No cameras available!

Die Lösung lag letztendlich nicht bei rpicam selbst. Die Waveshare IMX708 musste auf meinem Raspberry Pi 5 zunächst korrekt über ein Device-Tree-Overlay konfiguriert werden.

Waveshare IMX708 am Raspberry Pi 5 – „No cameras available“ beheben
Dieses Video auf YouTube ansehen.

In diesem Beitrag zeige ich dir meinen kompletten Aufbau, den Anschluss der IMX708 an CSI CAM1, die notwendige Konfiguration und schließlich die Aufnahme eines ersten Fotos.

Inhaltsverzeichnis

  • Verwendete Hardware
  • Waveshare IMX708 am Raspberry Pi 5 anschließen
  • Erster Test mit rpicam-hello
  • Prüfen, ob eine Kamera erkannt wurde
  • IMX708 in der config.txt konfigurieren
  • Erfolg: IMX708 wird erkannt
  • Erstes Foto mit der IMX708 aufnehmen
  • Autofokus für Nahaufnahmen verwenden
  • Shell-Skript für automatische Fotoaufnahmen
  • Wenn weiterhin „No cameras available“ erscheint
    • CSI-Kabel prüfen
    • Richtigen Kameraanschluss verwenden
    • Konfiguration kontrollieren
    • Nach jeder Änderung neu starten
  • Fazit

Verwendete Hardware

Für meinen Aufbau verwende ich:

  • Raspberry Pi 5
  • originales Raspberry-Pi-5-Gehäuse
  • Waveshare IMX708 Kamera
  • passendes CSI-Flachbandkabel für den Raspberry Pi 5
  • Raspberry Pi OS

Die IMX708 basiert auf demselben Sony-Sensor, der auch beim Raspberry Pi Camera Module 3 verwendet wird. Der Sensor bietet eine maximale Auflösung von 4608 × 2592 Pixeln und wird von Raspberry Pi OS über den imx708-Treiber unterstützt.

Raspberry Pi 5 mit Waveshare IMX708 Kamera
Raspberry Pi 5 mit Waveshare IMX708 Kamera
Waveshare IMX708 CAM mit CSI Kabel
Waveshare IMX708 CAM mit CSI Kabel
Rückseite - Waveshare IMX708 CAM
Rückseite – Waveshare IMX708 CAM

Offizielle Raspberry-Pi-Dokumentation
Raspberry Pi stellt für die eigenen Kameramodule eine offizielle Anleitung zur Einrichtung und ersten Nutzung bereit. Dort wird gezeigt, wie eine Kamera angeschlossen und anschließend unter Raspberry Pi OS getestet wird.

Offizielle Raspberry-Pi-Anleitung zur Kameraeinrichtung

Für die Waveshare IMX708 sind zusätzlich die herstellerspezifischen Hinweise wichtig, da hier die passende Overlay-Konfiguration eine Rolle spielt.

Waveshare IMX708 am Raspberry Pi 5 anschließen

Der Raspberry Pi 5 besitzt zwei MIPI-Anschlüsse, die sowohl für Kameras als auch für Displays verwendet werden können.

Sie sind mit:

  • CAM/DISP0
  • CAM/DISP1

gekennzeichnet.

CAM0-CAM1 Anschluss auf dem Raspberry Pi 5 Board
CAM0-CAM1 Anschluss auf dem Raspberry Pi 5 Board

Für meinen Aufbau habe ich die Waveshare IMX708 mit CAM/DISP1 beziehungsweise CAM1 verbunden.

CSI Kabel im CAM1 Anschluss des Raspberry Pi 5 eingesteckt und gesichert
CSI Kabel im CAM1 Anschluss des Raspberry Pi 5 eingesteckt und gesichert

Bevor das CSI-Kabel angeschlossen oder entfernt wird, sollte der Raspberry Pi vollständig heruntergefahren und anschließend vom Netzteil getrennt werden.

Das Flachbandkabel wird vorsichtig in den Anschluss geschoben und anschließend mit der kleinen Verriegelung fixiert. Gerade bei den sehr schmalen Anschlüssen des Raspberry Pi 5 sollte man darauf achten, dass das Kabel gerade und vollständig im Stecker sitzt.

Raspberry Pi 5 - Waveshare IMX708 CAM - Durchführen im original Gehäuse des Pi  #1
Raspberry Pi 5 – Waveshare IMX708 CAM – Durchführen im original Gehäuse des Pi #1
Raspberry Pi 5 - Waveshare IMX708 CAM - Durchführen im original Gehäuse des Pi  #2
Raspberry Pi 5 – Waveshare IMX708 CAM – Durchführen im original Gehäuse des Pi #2

Erster Test mit rpicam-hello

Nach dem Start des Raspberry Pi wollte ich zunächst prüfen, ob die Kamera funktioniert.

Dazu reicht normalerweise:

rpicam-hello

Bei mir erschien jedoch unter anderem:

MESA-EGL: warning: DRI3 error: Could not get DRI3 device
MESA-EGL: warning: Ensure your X server supports DRI3 to get accelerated rendering
Made egl preview window
ERROR: *** no cameras available ***

Die MESA-EGL-Meldungen sehen zunächst verdächtig aus, waren aber nicht die Ursache meines eigentlichen Problems.

Entscheidend war:

ERROR: *** no cameras available ***

Der Raspberry Pi hatte zu diesem Zeitpunkt schlicht keine Kamera erkannt.

Prüfen, ob eine Kamera erkannt wurde

Mit folgendem Befehl lässt sich unabhängig von der Vorschau prüfen, welche Kameras Raspberry Pi OS erkennt:

rpicam-hello --list-cameras

Bei mir sah die Ausgabe zunächst so aus:

No cameras available!

Spätestens damit war klar, dass nicht lediglich die Bildvorschau Probleme machte. Die IMX708 war im System überhaupt nicht verfügbar.

IMX708 in der config.txt konfigurieren

Raspberry Pi OS kann offizielle Kameramodule normalerweise automatisch erkennen. Bei Drittanbieter-Kameras kann allerdings eine manuelle Konfiguration notwendig sein.

default Einstellungen für die Kamera
default Einstellungen für die Kamera
Einstellungen für die Waveshare IMX708 Cam am Raspberry Pi
Einstellungen für die Waveshare IMX708 Cam am Raspberry Pi

Raspberry Pi weist für solche Kameras ausdrücklich darauf hin, die Konfigurationshinweise des jeweiligen Herstellers zu beachten.

Die Kameraeinstellungen befinden sich bei aktuellen Raspberry-Pi-OS-Versionen in:

/boot/firmware/config.txt

Die Datei öffne ich mit:

sudo nano /boot/firmware/config.txt

Zunächst wird die automatische Kameraerkennung deaktiviert:

camera_auto_detect=0

Anschließend wird der Treiber für den IMX708-Sensor aktiviert.

Da meine Kamera an CAM1 angeschlossen ist, verwende ich:

dtoverlay=imx708,cam1

Die relevante Konfiguration sieht damit so aus:

camera_auto_detect=0
dtoverlay=imx708,cam1

Bei Raspberry Pi ist CAM1 für diesen Overlay-Typ auch der Standardanschluss, wenn kein cam0 beziehungsweise cam1 angegeben wird. Die explizite Angabe von cam1 macht die Konfiguration meiner Meinung nach jedoch deutlich nachvollziehbarer.

Wer die Kamera stattdessen an CAM0 angeschlossen hat, verwendet:

dtoverlay=imx708,cam0

Nach dem Speichern der Datei muss der Raspberry Pi neu gestartet werden:

sudo reboot

Erfolg: IMX708 wird erkannt

Nach dem Neustart habe ich erneut geprüft, ob die Kamera verfügbar ist:

rpicam-hello --list-cameras

Dieses Mal sah die Ausgabe deutlich besser aus:

Available cameras
-----------------
0 : imx708 [4608x2592 10-bit RGGB] (/base/axi/pcie@1000120000/rp1/i2c@80000/imx708@1a)
    Modes: 'SRGGB10_CSI2P' : 1536x864 [120.13 fps - (768, 432)/3072x1728 crop]
                             2304x1296 [56.03 fps - (0, 0)/4608x2592 crop]
                             4608x2592 [14.35 fps - (0, 0)/4608x2592 crop]
Auflisten der verfügbaren Kameras am Raspberry Pi 5
Auflisten der verfügbaren Kameras am Raspberry Pi 5

Damit war die Waveshare IMX708 erfolgreich eingebunden.

Besonders wichtig ist die erste Zeile:

0 : imx708 [4608x2592 10-bit RGGB]

Der Raspberry Pi erkennt jetzt den IMX708-Sensor und bietet verschiedene Aufnahmeauflösungen beziehungsweise Frameraten an.

Erstes Foto mit der IMX708 aufnehmen

Nachdem die Kamera erkannt wurde, lässt sich sehr einfach ein erstes Foto aufnehmen:

rpicam-still -o test.jpg

Das Bild wird anschließend im aktuellen Verzeichnis als test.jpg gespeichert.

Für eine Aufnahme mit der maximalen Sensorauflösung kann beispielsweise folgender Befehl verwendet werden:

rpicam-still \
  --width 4608 \
  --height 2592 \
  -o test-full.jpg

Autofokus für Nahaufnahmen verwenden

Meine Kamera soll später nicht einfach nur einen Raum oder eine Landschaft aufnehmen. Ich möchte damit unter anderem elektronische Bauteile, Sensoren und Mikrocontroller aus relativ kurzer Entfernung erfassen.

Dafür ist der Autofokus der IMX708 besonders interessant.

Für Nahaufnahmen kann beispielsweise der Makrobereich verwendet werden:

rpicam-still \
  --autofocus-mode auto \
  --autofocus-range macro \
  -o test-macro.jpg

Damit versucht die Kamera vor der eigentlichen Aufnahme automatisch auf ein Objekt im Nahbereich scharfzustellen.

Für einen Aufbau, bei dem sich der Abstand zwischen Kamera und Objekt nur wenig verändert, ist das sehr praktisch.

Shell-Skript für automatische Fotoaufnahmen

Da ich später häufiger Fotos aufnehmen möchte, habe ich mir noch ein kleines Shell-Skript erstellt.

Das Skript legt einen Ordner für die Aufnahmen an, erzeugt automatisch einen Dateinamen mit Zeitstempel und nutzt den Autofokus der Kamera.

#!/bin/bash

# Zielordner
OUTPUT_DIR="$HOME/camera"

# Ordner anlegen, falls er noch nicht existiert
mkdir -p "$OUTPUT_DIR"

# Dateiname mit Zeitstempel
TIMESTAMP=$(date +"%Y-%m-%d_%H-%M-%S")
FILE="$OUTPUT_DIR/foto_$TIMESTAMP.jpg"

echo "Foto wird aufgenommen..."

rpicam-still \
  --autofocus-mode auto \
  --autofocus-range macro \
  --width 4608 \
  --height 2592 \
  -o "$FILE"

if [ $? -eq 0 ]; then
    echo "Foto gespeichert:"
    echo "$FILE"
else
    echo "Fehler bei der Aufnahme."
    exit 1
fi

Das Skript kann beispielsweise als

foto.sh

gespeichert werden.

Anschließend muss es einmal ausführbar gemacht werden:

chmod +x foto.sh

Danach reicht:

./foto.sh

Ein erzeugtes Foto bekommt dann beispielsweise einen Dateinamen wie:

/home/raspi/camera/foto_2026-10-08_19-48-32.jpg

Damit habe ich bereits eine gute Grundlage, um die Kamera später aus anderen Skripten oder Anwendungen heraus anzusteuern.

Wenn weiterhin „No cameras available“ erscheint

Sollte die Kamera trotz Konfiguration weiterhin nicht erkannt werden, würde ich zunächst nicht weitere Software installieren.

Stattdessen sollten einige grundlegende Punkte geprüft werden:

CSI-Kabel prüfen

Der Raspberry Pi sollte vollständig ausgeschaltet und vom Netzteil getrennt werden. Anschließend das CSI-Kabel an Kamera und Raspberry Pi noch einmal herausnehmen und sorgfältig neu einsetzen.

Das Kabel muss gerade und vollständig im Anschluss sitzen.

Richtigen Kameraanschluss verwenden

Die Einstellung in der config.txt muss zum verwendeten Anschluss passen.

Für CAM1:

dtoverlay=imx708,cam1

Für CAM0:

dtoverlay=imx708,cam0

Konfiguration kontrollieren

Mit folgendem Befehl lassen sich die relevanten Einträge schnell anzeigen:

grep -nE "camera|imx708" /boot/firmware/config.txt

Für meinen Aufbau an CAM1 sollten dabei unter anderem diese beiden Zeilen erscheinen:

camera_auto_detect=0
dtoverlay=imx708,cam1

Nach jeder Änderung neu starten

Änderungen an den Device-Tree-Overlays werden erst nach einem Neustart aktiv:

sudo reboot

Anschließend erneut:

rpicam-hello --list-cameras

Fazit

Die Waveshare IMX708 am Raspberry Pi 5 in Betrieb zu nehmen war letztendlich nicht kompliziert – allerdings auch nicht ganz so automatisch, wie ich zunächst erwartet hatte.

Das eigentliche CSI-Kabel war schnell angeschlossen. Der entscheidende Punkt war in meinem Fall die passende Konfiguration des IMX708-Sensors in der /boot/firmware/config.txt.

Aus:

No cameras available!

wurde nach der Konfiguration:

0 : imx708 [4608x2592 10-bit RGGB]

Damit steht mir nun eine hochauflösende Kamera mit Autofokus zur Verfügung, die ich im nächsten Schritt in einem größeren Projekt einsetzen möchte.

Geplant ist ein kleiner KI-gestützter Werkstatt-Assistent: Eine Kamera soll elektronische Bauteile, Sensoren und Mikrocontroller auf einem definierten Arbeitsbereich aufnehmen. Die Bilder sollen anschließend analysiert und Informationen zum erkannten Bauteil auf einem Display ausgegeben werden.

Der Raspberry Pi 5 und die IMX708 bilden dafür jetzt die technische Grundlage.

Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Mehr zur Nutzung von KI

Letzte Aktualisierung am: 09. Oktober 2026

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Über den Autor

Stefan Draeger — Entwickler & Tech-Blogger

Ich zeige praxisnah, wie du Projekte mit Arduino, ESP32 und Smarthome-Komponenten umsetzt – Schritt für Schritt, mit Code und Schaltplänen.

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