Zwei Kits, ein ziemlich ähnliches Ziel – und trotzdem zwei ganz unterschiedliche Ansätze.
Mit dem Keyestudio Inventor Starter Kit und dem Funduino Cube stehen zwei spannende Experimentierplattformen auf meinem Tisch, die vor allem eines versprechen: schnell loslegen, verschiedene Sensoren und Aktoren ausprobieren und eigene Projekte umsetzen, ohne jedes Mal eine komplette Schaltung von Grund auf neu aufzubauen.
Aber welches Konzept macht am Ende mehr Spaß? Wo unterscheiden sich die beiden Kits eigentlich wirklich voneinander? Und wenn ich mich heute für eines entscheiden müsste: Welches Kit würde ich persönlich bevorzugen?
Genau das möchte ich mir in diesem Beitrag etwas genauer anschauen – nicht nur anhand der technischen Daten, sondern vor allem mit Blick auf den praktischen Einsatz.
Transparenzhinweis: Sowohl das Keyestudio Inventor Starter Kit als auch den Funduino Cube habe ich kostenfrei für einen unabhängigen Review zur Verfügung gestellt bekommen. Auf diesen Vergleich und meine Bewertung hat das jedoch keinen Einfluss. Ich möchte beide Konzepte möglichst fair gegenüberstellen und am Ende ganz offen zeigen, welches der beiden Kits mich persönlich mehr überzeugt.
Keyestudio Inventor Starter Kit
Das Keyestudio Inventor Starter Kit bringt insgesamt 15 fest verbaute Komponenten mit und wird mit 30 fertigen Projekten ausgeliefert. Dadurch kann man direkt mit ersten Experimenten starten, ohne für jedes Projekt zunächst einzelne Sensoren, LEDs oder andere Bauteile zusammensuchen zu müssen.
Als Mikrocontroller können laut Hersteller entweder ein ESP32 oder ein Arduino Nano V3 eingesetzt werden. In meinem Test zeigte sich allerdings ein konstruktiver Fehler beim Anschluss des Arduino Nano V3, wodurch sich dieser nicht wie vorgesehen verwenden lässt. Auf dieses Problem gehe ich in meinem separaten Testbericht zum Keyestudio Inventor Starter Kit ausführlicher ein.
Eine Besonderheit des Boards ist die Anbindung der einzelnen Komponenten. Die Stromversorgung ist bereits intern mit den Komponenten verbunden, die jeweiligen Signalleitungen jedoch nicht. Diese müssen mit Breadboard- beziehungsweise Jumperkabeln separat mit den gewünschten GPIOs des Mikrocontrollers verbunden werden.
Die GPIOs des eingesetzten Mikrocontrollers sind dafür über Stiftleisten frei zugänglich. Das sorgt nicht nur für Flexibilität bei der Zuordnung der bereits vorhandenen Komponenten, sondern ermöglicht auch den Anschluss zusätzlicher Sensoren, Aktoren oder Module, die auf dem Board selbst nicht vorhanden sind.
Damit ist man nicht ausschließlich auf die 15 integrierten Komponenten beschränkt, sondern kann das Board problemlos für eigene Projekte erweitern. Gleichzeitig bleibt nachvollziehbar, welcher GPIO mit welcher Komponente verbunden ist.
Preislich liegt das Keyestudio Inventor Starter Kit derzeit bei etwa 33 Euro zuzüglich Versandkosten auf Amazon.de.
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Funduino Cube
Der Funduino Cube verfolgt ein ähnliches Ziel wie das Keyestudio Inventor Starter Kit, setzt dabei aber stärker auf einen möglichst einfachen Einstieg. Auf dem Board befinden sich insgesamt 15 Sensoren und Aktoren, die direkt für erste Projekte genutzt werden können.
Zusätzlich stehen Schnittstellen für UART und I2C zur Verfügung. Darüber lassen sich weitere Module und Sensoren anschließen, wenn die integrierte Ausstattung einmal nicht ausreicht. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein SG90-Servomotor sowie eine IR-Fernbedienung, wodurch bereits einige interessante Projekte ohne zusätzliche Hardware umgesetzt werden können.
Ausgeliefert wird der Funduino Cube mit einem Arduino Nano V3. Das Konzept ist jedoch nicht ausschließlich auf diesen Mikrocontroller beschränkt. Über separat erhältliche Adapter lässt sich das Board auch mit einem ESP32 oder einem Raspberry Pi Pico verwenden. Die entsprechenden Adapter können zusätzlich über den Funduino-Shop bezogen werden.

Dass sich der Cube damit auch für modernere Projekte eignet, habe ich bereits selbst ausprobiert. In einem separaten Projekt habe ich gezeigt, wie sich der Funduino Cube mit einem Raspberry Pi Pico verbinden und anschließend über Node-RED steuern lässt. Damit kann das Board also auch über klassische Arduino-Projekte hinaus genutzt und beispielsweise in IoT- oder Automatisierungsprojekte eingebunden werden.
Ein klarer Schwerpunkt des Funduino Cube liegt auf dem Einstieg in die Mikrocontroller- und Elektronikwelt. Auf der offiziellen Webseite unter funduino-cube.de gibt es einen eigenen Bereich mit zahlreichen Projekten rund um das Board. Gerade Anfänger bekommen dadurch viele Ideen und fertige Beispiele, mit denen sie Schritt für Schritt in die Programmierung und den Umgang mit Sensoren und Aktoren einsteigen können.
Preislich liegt der Funduino Cube bei etwa 60 Euro zuzüglich Versandkosten und damit deutlich über dem Keyestudio Inventor Starter Kit.
Keyestudio Inventor Kit vs. Funduino Cube im direkten Vergleich
Die wichtigsten Unterschiede lassen sich am besten direkt gegenüberstellen:
| Merkmal | Keyestudio Inventor Starter Kit | Funduino Cube |
|---|---|---|
| Integrierte Komponenten | 15 Sensoren & Aktoren | 15 Sensoren & Aktoren |
| Fertige Projekte | 30 Projekte | zahlreiche Projekte auf der Funduino-Webseite |
| Mikrocontroller | ESP32, Arduino Nano V3* | Arduino Nano V3 |
| Weitere Mikrocontroller | – | ESP32 und Raspberry Pi Pico über separate Adapter |
| Verdrahtung | Signalleitungen werden selbst mit den GPIOs verbunden | Komponenten bereits fest angebunden |
| Stromversorgung der Komponenten | intern verbunden | intern verbunden |
| GPIOs frei zugänglich | Ja, über Stiftleisten | eingeschränkter, Erweiterungen über Schnittstellen |
| Zusätzliche Schnittstellen | freie GPIOs des Mikrocontrollers | UART und I2C |
| Externe Komponenten anschließbar | Ja, sehr flexibel | Ja, vor allem über UART und I2C |
| Zusätzlich im Lieferumfang | – | SG90 Servomotor, IR-Fernbedienung |
| Zielgruppe | Einsteiger und Maker, die etwas mehr selbst verdrahten möchten | vor allem Einsteiger |
| Einstieg | etwas mehr Eigenarbeit notwendig | sehr einfacher Einstieg |
| Erweiterbarkeit | sehr hoch | gut, zusätzlich durch Mikrocontroller-Adapter |
| Preis | ca. 33 € zzgl. Versand | ca. 60 € zzgl. Versand |
* Der Arduino Nano V3 ist laut Hersteller vorgesehen, lässt sich aufgrund eines konstruktiven Fehlers am Board jedoch nicht wie vorgesehen einsetzen. Mehr dazu zeige ich in meinem ausführlichen Testbericht.
Für wen eignet sich welches Kit?
Das Keyestudio Inventor Starter Kit würde ich nicht unbedingt als meine erste Wahl für absolute Anfänger sehen. Zwar sind die einzelnen Komponenten bereits auf dem Board vorhanden und mit Strom versorgt, die Signalleitungen müssen jedoch mit zusätzlichen Breadboard- beziehungsweise Jumperkabeln selbst mit den GPIOs verbunden werden.
Gerade am Anfang sorgt das für etwas mehr Aufwand und bietet natürlich auch zusätzliche Möglichkeiten für Fehler. Hat man sich jedoch erst einmal mit der GPIO-Belegung und der grundlegenden Verdrahtung beschäftigt, wird genau dieser Aufbau zu einer Stärke des Boards. Man bleibt sehr flexibel und muss trotzdem nicht jedes Projekt komplett auf einem Breadboard aufbauen. Für Einsteiger mit etwas Erfahrung und für Maker, die gerne eigene Projekte entwickeln, finde ich dieses Konzept daher durchaus interessant.
Der Funduino Cube geht einen anderen Weg. Das Board ist sehr übersichtlich aufgebaut und ermöglicht gerade Anfängern einen schnellen Einstieg, ohne sich zunächst intensiv mit der Verkabelung beschäftigen zu müssen. Dafür benötigt der Cube auf dem Schreibtisch deutlich mehr Platz.
Im Lieferumfang steckt zunächst ein Arduino Nano V3. Damit lassen sich bereits viele klassische Mikrocontroller-Projekte umsetzen. Für moderne IoT-Projekte fehlt dem Nano jedoch die integrierte WiFi- und Bluetooth-Unterstützung. Wer diese Funktionen nutzen möchte, benötigt beispielsweise einen ESP32 oder Raspberry Pi Pico beziehungsweise Pico W sowie den passenden Adapter. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.
Welches Kit würde ich persönlich wählen?
Wenn ich mich heute zwischen beiden Kits entscheiden müsste, würde meine Wahl trotzdem auf den Funduino Cube fallen.
Dafür gibt es für mich vor allem zwei Gründe. Zum einen gefällt mir die Möglichkeit, das Board mit unterschiedlichen Mikrocontrollern zu verwenden. Neben dem mitgelieferten Arduino Nano kann ich über entsprechende Adapter auch einen ESP32 oder einen Raspberry Pi Pico einsetzen. Dadurch kann der Cube mit den eigenen Fähigkeiten und Projekten mitwachsen und ist nicht ausschließlich auf eine Plattform festgelegt.
Der zweite Grund ist für mich etwas persönlicher: Der Funduino Cube ist ein Made-in-Germany-Produkt. Gerade im Bereich der Mikrocontroller- und Elektronik-Lernsysteme gibt es vergleichsweise wenige deutsche Anbieter. Wenn zwei Produkte für mich grundsätzlich interessant sind, unterstütze ich daher gerne auch ein Unternehmen aus Deutschland.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Keyestudio Inventor Starter Kit die schlechtere Wahl ist. Wer möglichst günstig einsteigen möchte, direkt einen ESP32 verwenden will und Wert auf eine flexible GPIO-Zuordnung legt, bekommt hier für rund 33 Euro sehr viel geboten. Beim Funduino Cube überzeugen mich persönlich jedoch das durchdachte Gesamtkonzept, die einfache Nutzung und die Möglichkeit, verschiedene Mikrocontroller einzusetzen.
Letzte Aktualisierung am: 14. August 2026








