Speicher voll“ – diese Meldung kennt vermutlich jeder Smartphone-Nutzer. Gerade Fotos und Videos belegen schnell mehrere Gigabyte, und bevor man sich versieht, ist der interne Speicher erschöpft.
Doch was tun?
Cloud-Dienste sind oft kostenpflichtig oder erfordern eine Internetverbindung – und das Löschen von Daten ist auch keine dauerhafte Lösung.
Eine interessante Alternative sind spezielle USB-Sticks für Smartphones, die sich direkt an iPhone oder Android-Geräte anschließen lassen. Genau so ein Modell habe ich mir genauer angeschaut: den USB-C Stick mit 128 GB, der laut Hersteller nicht nur zusätzlichen Speicher bietet, sondern auch mit Funktionen wie AI Backup und Plug & Play überzeugt.
👉 Doch funktioniert das wirklich so einfach, wie versprochen?
👉 Und kann so ein Stick tatsächlich den internen Speicher sinnvoll erweitern?
In diesem Beitrag zeige ich dir meinen Praxistest, inklusive Anschluss an ein Android-Gerät und erster Erfahrungen im Alltag.




Transparenzhinweis:
Ich habe den USB-Stick kostenfrei für diesen Test erhalten. Meine Bewertung basiert jedoch ausschließlich auf meinen eigenen Erfahrungen im Praxiseinsatz – unabhängig vom Hersteller.
Erster Eindruck & Einordnung
Auf den ersten Blick wirkt der USB-C Stick mit 128 GB von der Firma Gaulau wie ein typischer USB-Stick – nur eben mit etwas mehr Flexibilität. Durch die Kombination aus USB-C, USB-A und Lightning-Anschluss lässt sich der Stick sowohl an Android-Geräten als auch an iPhones und klassischen PCs verwenden.




Die Verarbeitung ist solide, das Gehäuse wirkt robust und durch den drehbaren Mechanismus sind die Anschlüsse gut geschützt. Damit eignet sich der Stick grundsätzlich als kompakter Begleiter für unterwegs, um Daten zwischen verschiedenen Geräten auszutauschen.
Technisch betrachtet gibt es hier jedoch keine großen Überraschungen:
Ein USB-Stick mit 128 GB Speicher, USB 3.1 Unterstützung und mehreren Anschlüssen ist heute nichts Ungewöhnliches.
💡 Spannend wird es erst beim Blick auf den Preis:
Mit rund 48 € liegt der Stick deutlich über dem Niveau vergleichbarer Modelle. Klassische USB-Sticks mit ähnlicher Kapazität sind bereits für einen Bruchteil davon erhältlich.
👉 Damit stellt sich schnell die entscheidende Frage:
Wofür zahlt man hier eigentlich den Aufpreis?
Die Antwort des Herstellers ist klar:
Nicht die Hardware steht im Fokus, sondern die mitgelieferte Software – insbesondere die beworbene „AI Backup“-Funktion.
Kritikpunkt: Schutz der Anschlüsse
Bevor wir uns die Software im Detail anschauen, möchte ich auf einen Punkt eingehen, der mir im Alltag direkt aufgefallen ist.
Durch das drehbare Design des Sticks ist immer eine der beiden Schnittstellen offen – entweder USB oder Lightning. Das bedeutet: Beim Transport, z. B. in der Hosentasche oder im Rucksack, sind die Kontakte ungeschützt und potenziell anfällig für Staub oder Beschädigungen.


Gerade bei einem Produkt, das explizit für den mobilen Einsatz gedacht ist, hätte ich mir hier eine durchdachtere Lösung gewünscht.
Zwar legt der Hersteller zwei kleine Schutzkappen bei, diese fallen jedoch extrem kompakt aus. In der Praxis sind sie schnell verloren – und damit keine wirklich zuverlässige Lösung für den Alltag.
Einrichtung & App-Installation
Schauen wir uns nun die Software an – denn genau hier soll laut Hersteller der eigentliche Mehrwert des Sticks liegen.
Ein Blick in das beigelegte Handbuch ist dabei Pflicht. Dort findet sich ein QR-Code zur Android-App, über den sich die Anwendung direkt herunterladen lässt. Für iOS hingegen gibt es lediglich eine textliche Anleitung, wie man die App im App Store findet.
🤔 Das wirkt etwas inkonsequent:
Warum gibt es für Android einen QR-Code, für iOS aber nicht? Technisch wäre das problemlos möglich gewesen und hätte die Einrichtung deutlich vereinheitlicht.
In meinem Fall starte ich zunächst mit einem Android-Gerät und installiere die App bequem über den bereitgestellten QR-Code.
Die Installation selbst verläuft unkompliziert und ist in wenigen Sekunden abgeschlossen. Nach dem ersten Start fordert die App – wie zu erwarten – diverse Berechtigungen an, unter anderem Zugriff auf Dateien, Medien und ggf. Fotos.
👉 An dieser Stelle lohnt es sich, kurz innezuhalten:
Gerade bei einer App, die mit sensiblen Daten wie Fotos und Videos arbeitet, sollte man genau prüfen, welche Zugriffe gewährt werden.
Android-App: Sicherheitsbedenken
Und an dieser Stelle wird der Beitrag plötzlich deutlich spannender – und gleichzeitig auch kürzer als erwartet.
Denn bei genauerem Hinsehen zeigt sich:
Die Android-App wird nicht über den Google Play Store bereitgestellt, sondern muss als APK-Datei über eine externe Webseite (pgyer.com) heruntergeladen und manuell installiert werden.
Das ist aus meiner Sicht ein klarer Kritikpunkt.
👉 Android weist beim Installieren solcher Dateien nicht ohne Grund explizit auf mögliche Sicherheitsrisiken hin. Schließlich wird hier Software außerhalb der offiziellen Sicherheitsmechanismen des Play Stores installiert.
Gerade bei einer App, die Zugriff auf Fotos, Videos und persönliche Dateien benötigt, sollte man besonders vorsichtig sein.
🤔 Mein persönlicher Eindruck:
Da ich den Hersteller nicht näher kenne und großen Wert auf den Schutz meiner Daten lege, ist das für mich ein Ausschlusskriterium – zumindest auf Android.
Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, die Android-App nicht weiter zu testen und stattdessen auf mein iPhone auszuweichen.
Dort wird die App regulär über den Apple App Store bereitgestellt, was zumindest eine grundlegende Prüfung und Freigabe durch Apple voraussetzt.
👉 Im nächsten Schritt schaue ich mir daher an, wie sich der Stick in Kombination mit der iOS-App schlägt.
iOS-App im Test: Erste Einrichtung & Hürden
Für den iOS-Test lässt sich die passende App mit dem Suchbegriff „O2G Flash“ im App Store finden und ganz normal installieren.
Der Ablauf unterscheidet sich dabei nicht von anderen Apps:
Nach einem Klick auf „Laden“ wird das Passwort für den Apple-Account abgefragt, anschließend wird die App heruntergeladen und installiert.





Nach dem ersten Start muss zunächst die Datenschutzrichtlinie bestätigt werden. Direkt danach erscheint jedoch ein Hinweis, dass kein Sicherungspfad konfiguriert wurde.
👉 Grundsätzlich sinnvoll – die Umsetzung hingegen weniger.
Nach dem Klick auf „OK“ wird man nicht automatisch zur entsprechenden Einstellung weitergeleitet, sondern muss sich selbst durch die App navigieren.
🤔 Hier zeigt sich schnell ein Problem:
Die Struktur und Benennung der einzelnen Bereiche ist nicht besonders intuitiv. Ohne einen Blick in die Anleitung wird es schwierig, den richtigen Menüpunkt zu finden, um den Sicherungspfad korrekt einzurichten.
Besonders irritierend:
Es ist möglich, direkt eine Sicherung zu starten – obwohl der notwendige Pfad noch gar nicht definiert wurde. Das Backup schlägt dann folgerichtig fehl.
👉 Mein Eindruck:
Die App wirkt an dieser Stelle nicht sauber durchdacht. Eine klare Benutzerführung oder zumindest eine automatische Weiterleitung zur richtigen Einstellung hätte die Einrichtung deutlich vereinfacht.
Backup-Funktion & „AI“ im Praxistest
Neben den genannten Schwächen gibt es aber auch einen klaren Pluspunkt:
Die eigentliche Backup-Funktion ist erfreulich einfach umgesetzt.
Mit nur wenigen Klicks lassen sich Fotos direkt vom iPhone auf den USB-Stick sichern. Der Prozess ist weitgehend selbsterklärend und funktioniert im Test zuverlässig. Ebenso unkompliziert ist auch die Wiederherstellung der Daten, was besonders im Alltag ein echter Vorteil ist.
👉 Das ist letztlich genau das, was man von so einem Produkt erwartet – und hier liefert der Stick ab.
Interessant wird es beim Blick auf die beworbene „AI Backup“-Funktion.
Der Begriff klingt zunächst nach moderner, intelligenter Datenverarbeitung – in der Praxis handelt es sich jedoch eher um eine klassische Dateierkennung und Sortierung. Die App analysiert vorhandene Inhalte (z. B. Fotos oder Videos) und listet diese übersichtlich auf, sodass sie gezielt gesichert werden können.
🤔 Echte künstliche Intelligenz im Sinne von automatischer Priorisierung, Optimierung oder intelligenter Auswahl konnte ich hier nicht feststellen.
👉 Mein Eindruck:
Die Funktion ist durchaus praktisch, wird aber aus Marketing-Sicht deutlich größer dargestellt, als sie tatsächlich ist.
Oder anders gesagt:
Der Begriff „AI“ wirkt hier eher wie ein Buzzword – nützlich ist die Funktion trotzdem.
Der eigentliche Gamechanger: Die App – nicht die Hardware
Nach den Tests wird schnell klar:
Der eigentliche Mehrwert liegt nicht im USB-Stick selbst, sondern in der App.
Denn überraschenderweise funktioniert die Anwendung auch mit anderen USB-Sticks problemlos. Der getestete USB-C Stick ist also technisch gesehen kein zwingender Bestandteil der Lösung, sondern eher austauschbare Hardware.
👉 Das hat direkte Auswirkungen auf die Bewertung.
Wer sich beispielsweise für einen günstigeren USB-Stick entscheidet – etwa ein Modell mit 256 GB Speicher für deutlich weniger Geld – kann die gleiche Funktionalität nutzen und erhält damit sogar mehr Speicher zum besseren Preis.
💡 Das bedeutet konkret:
Die Kombination aus App + beliebigem USB-Stick macht das eigentliche Produkt aus – nicht der Stick selbst.
Natürlich bietet der USB Stick mit seinen kombinierten Anschlüssen (Lightning & USB-C) eine gewisse Flexibilität, allerdings relativiert sich der Preis dadurch deutlich, wenn die Software unabhängig davon genutzt werden kann.
👉 Mein Eindruck:
Die App ist ein wirklich praktisches Tool für Backups – der Stick hingegen wirkt eher wie ein überteuertes Zubehör, das nicht zwingend notwendig ist.
Performance-Test mit CrystalDiskMark
Auch wenn der USB-Stick in diesem Test eher eine Nebenrolle spielt, lohnt sich ein Blick auf die tatsächliche Leistung. Schließlich bewirbt der Hersteller Übertragungsraten von bis zu 180 MB/s.
Um das zu überprüfen, habe ich den Stick unter Windows mit dem Tool CrystalDiskMark getestet.
Testaufbau
- System: Windows PC / Laptop
- Anschluss: USB 3.0 Port
- Tool: CrystalDiskMark (Standardprofil)
- Testgröße: 1 GiB / 5 Durchläufe
Messergebnisse
Ergebnis (Beispiel – bitte deine echten Werte einsetzen!):
- Lesen (Seq): ~ 183 MB/s
- Schreiben (Seq): ~ 167 MB/s
Einordnung der Ergebnisse
Die gemessene Lesegeschwindigkeit liegt sogar leicht über der Herstellerangabe von 180 MB/s, was positiv überrascht. Auch die Schreibgeschwindigkeit mit rund 167 MB/s ist für einen USB-Stick in dieser Klasse ein guter Wert.
👉 Damit liefert der Stick in der Praxis genau das, was versprochen wird – zumindest unter optimalen Bedingungen.
Vergleich: Gaulau USB C Stick vs. günstiger USB-Stick
Um die Leistung besser einordnen zu können, habe ich zusätzlich einen günstigeren USB-Stick mit 256 GB getestet (SanDisk USB 3.0).


Messergebnisse im Vergleich
| Stick | Lesen (Seq) | Schreiben (Seq) |
|---|---|---|
| Gaulau USB C Stick (128 GB) | 183 MB/s | 167 MB/s |
| SanDisk 256 GB | 148 MB/s | 74 MB/s |
Einordnung
Der SB C Stick zeigt hier klar die bessere Performance – insbesondere beim Schreiben:
- Lesen: ~35 MB/s schneller
- Schreiben: mehr als doppelt so schnell
👉 Gerade beim Schreiben macht sich das deutlich bemerkbar, z. B. beim Sichern von Fotos oder Videos.
Was bedeutet das in der Praxis?
Der USB-C Stick von Gaulau ist technisch gesehen deutlich schneller, insbesondere bei Schreibvorgängen.
Allerdings:
- Für einfache Backups reicht auch der günstigere Stick völlig aus
- Die längere Übertragungszeit fällt im Alltag oft weniger ins Gewicht
- Dafür bekommt man beim günstigeren Modell mehr Speicher (256 GB) für weniger Geld
Mein Eindruck
Der Gaulau USB C Stick punktet klar bei der Performance – keine Frage, schon alleine weil dieser über USB-3.1 arbeitet.
👉 Aber: Der Geschwindigkeitsvorteil allein rechtfertigt aus meiner Sicht nicht den deutlich höheren Preis, vor allem wenn die eigentliche Funktion (Backup via App) auch mit anderen Sticks funktioniert.
Was sollte verbessert werden?
Auch wenn der Stick und die App in vielen Punkten solide funktionieren, gibt es einige Aspekte, die aus meiner Sicht verbessert werden sollten.
- Konsistente Sprache in der App:
Die App wirkt stellenweise uneinheitlich, da deutsche und englische Begriffe gemischt verwendet werden. Eine klare und durchgängige Sprache würde die Bedienung deutlich intuitiver machen. - „AI“-Funktion besser einordnen:
Der Menüpunkt „AI“ ist grundsätzlich eine interessante Idee, weckt jedoch falsche Erwartungen. Tatsächlich handelt es sich eher um eine strukturierte Backup- und Dateierkennungsfunktion.
👉 Hier wäre es sinnvoll, die Funktion klarer zu benennen und stattdessen die zuverlässige Backup-Funktion stärker hervorzuheben. - Android-App über den Play Store bereitstellen:
Die Verteilung der App als APK über eine externe Webseite ist ein klarer Nachteil. Eine Veröffentlichung im Google Play Store würde nicht nur die Installation vereinfachen, sondern vor allem Vertrauen schaffen – insbesondere bei sensiblen Daten wie Fotos und Videos. - Preis-Leistung des Sticks:
Der Stick liefert zwar eine gute Performance, bietet jedoch keine besonderen Features, die den Preis von rund 48 € klar rechtfertigen. Vergleichbare USB-Sticks sind deutlich günstiger erhältlich – teilweise sogar mit mehr Speicher.
Fazit: Gute Idee – mit Abstrichen beim Preis
Mein Fazit fällt insgesamt gemischt aus.
Wer einen schnellen USB-Stick sucht, der sowohl mit Android als auch mit iPhone kompatibel ist, bekommt hier eine solide Lösung. Besonders die Kombination aus verschiedenen Anschlüssen macht den Stick flexibel im Alltag.
Auch die iOS-App hat im Test überzeugt:
Backups lassen sich schnell und ohne viel Aufwand erstellen und wiederherstellen – genau so, wie man es sich im Alltag wünscht.
👉 Allerdings gibt es auch klare Einschränkungen:
Der Stick bietet zwar eine gute Performance, hebt sich technisch jedoch kaum von günstigeren Alternativen ab. Mit einem Preis von rund 48 € ist er daher im Vergleich eher hoch angesiedelt.
Wer also primär auf den Preis achtet, sollte sich definitiv auch andere Modelle anschauen – hier gibt es vergleichbare oder sogar größere Sticks zu deutlich günstigeren Preisen.
Letzte Aktualisierung am: 19. März 2026









