Künstliche Intelligenz kann Blogger bei zahlreichen Arbeitsschritten unterstützen: von der Ideenfindung und Gliederung über die sprachliche Überarbeitung bis hin zur Erstellung von Bildern, Zusammenfassungen oder Programmcode.
Dabei stellt sich zunehmend die Frage, wie Leser transparent darüber informiert werden können, dass bei einem Beitrag KI-gestützte Werkzeuge verwendet wurden.
Auf meinem Blog wollte ich dafür keinen langen oder aufdringlichen Hinweis verwenden. Stattdessen sollte unter jedem Beitrag automatisch eine kurze Information erscheinen, die auf eine ausführliche Seite zur KI-Transparenz verweist.

Dafür habe ich ein kleines WordPress MU-Plugin entwickelt, das ich in diesem Beitrag kostenlos zur Verfügung stelle.
Was macht das WordPress KI-Hinweis-Plugin?
Das Plugin fügt automatisch am Ende jedes Blogbeitrags einen dezenten Transparenzhinweis ein:
Transparenzhinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Mehr zur Nutzung von KI
Der letzte Teil des Hinweises verlinkt auf eine frei definierbare Seite. Auf dieser Seite kannst du ausführlicher erklären, wie du künstliche Intelligenz auf deinem Blog verwendest.
Bei mir führt der Link beispielsweise auf die Seite:
/ki-transparenz/
Dort beschreibe ich unter anderem, bei welchen Arbeitsschritten KI eingesetzt wird, wie ich technische Aussagen überprüfe und welche Verantwortung weiterhin bei mir als Autor liegt.
Warum ein MU-Plugin?
Bei der Lösung handelt es sich nicht um ein klassisches WordPress-Plugin, das im Backend zunächst aktiviert werden muss. Es ist ein sogenanntes Must-Use-Plugin, kurz MU-Plugin.
MU-Plugins werden im Verzeichnis wp-content/mu-plugins abgelegt und von WordPress automatisch geladen. Sie erscheinen im Backend in einem eigenen Bereich für Must-Use-Plugins und können nicht wie normale Plugins über einen Deaktivieren-Button abgeschaltet werden. Zum vollständigen Entfernen muss die entsprechende Datei aus dem MU-Plugin-Verzeichnis gelöscht werden.
Für einen dauerhaft benötigten Transparenzhinweis ist das praktisch: Das Plugin kann nicht versehentlich deaktiviert werden und ist unabhängig vom verwendeten WordPress-Theme.
Funktionen des WordPress KI-Hinweis-Plugins
Das MU-Plugin bringt bewusst nur die Funktionen mit, die für diesen Anwendungsfall benötigt werden.
Automatische Ausgabe unter Blogbeiträgen
Der Hinweis wird automatisch unter dem Inhalt einzelner WordPress-Beiträge eingefügt.
Auf folgenden Seiten erscheint er nicht:
- Startseite und Beitragsübersichten
- Kategorien und Schlagwörter
- Suchergebnisse
- RSS-Feeds
- WordPress-Backend
- statische WordPress-Seiten
Das Plugin prüft außerdem, ob es sich um die Hauptabfrage und den eigentlichen Beitragsinhalt handelt. Dadurch soll verhindert werden, dass der Hinweis durch Themes oder weitere Plugins mehrfach ausgegeben wird.
Deaktivierung für einzelne Beiträge
Nicht jeder Beitrag wurde zwangsläufig mit KI-Unterstützung erstellt. Deshalb erscheint im WordPress-Editor eine zusätzliche Box mit dem Namen:
KI-Transparenzhinweis
Dort befindet sich die Option:
Hinweis für diesen Beitrag ausblenden
Wird die Checkbox aktiviert und der Beitrag gespeichert, erscheint der Hinweis bei diesem Artikel nicht mehr.
So kannst du den Transparenzhinweis standardmäßig für alle Beiträge aktivieren und ihn nur dort ausschalten, wo keine KI-Unterstützung verwendet wurde.
Dezente Gestaltung
Der Hinweis soll transparent informieren, aber nicht vom eigentlichen Inhalt ablenken.
Deshalb verwendet das Plugin:
- einen leicht abgesetzten Hintergrund,
- eine schmale Seitenlinie,
- eine etwas kleinere Schrift,
- einen normalen Textlink,
- einen zusätzlichen Abstand zum nachfolgenden Inhalt.
Das Design verwendet überwiegend geerbte Farben und passt dadurch in vielen Fällen sowohl zu hellen als auch zu dunklen WordPress-Themes.
Kein zusätzliches Stylesheet
Für die Darstellung muss keine weitere CSS-Datei geladen werden. Die wenigen benötigten CSS-Regeln werden direkt über die WordPress-Styleschnittstelle eingebunden.
Das CSS wird außerdem nur auf einzelnen Blogbeiträgen geladen, bei denen der Hinweis tatsächlich aktiv ist.
Kostenloser Download
Das Plugin besteht aus einer einzelnen PHP-Datei und kann hier kostenlos heruntergeladen werden:
Vor dem Einsatz solltest du die Einstellungen am Anfang der Datei kontrollieren und an deinen Blog anpassen.
Installation des MU-Plugins
Die Installation erfolgt nicht über die normale Plugin-Verwaltung von WordPress.
Schritt 1: MU-Plugin-Verzeichnis öffnen
Verbinde dich über FTP, SFTP oder den Dateimanager deines Hosting-Anbieters mit deiner WordPress-Installation.
Öffne anschließend das Verzeichnis:
wp-content/
Darin sollte sich der Ordner befinden:
mu-plugins
Falls dieser Ordner noch nicht existiert, kannst du ihn selbst anlegen.
Der vollständige Pfad lautet anschließend:
wp-content/mu-plugins/
Schritt 2: PHP-Datei hochladen
Lade die Datei draeger-ai-hinweis.php direkt in dieses Verzeichnis:
wp-content/mu-plugins/draeger-ai-hinweis.php
Die Datei sollte nicht in einem weiteren Unterordner liegen, da WordPress MU-Plugins standardmäßig nur PHP-Dateien direkt aus dem MU-Plugin-Verzeichnis automatisch lädt.
Schritt 3: Installation kontrollieren
Eine manuelle Aktivierung ist nicht erforderlich.
Im WordPress-Backend findest du das Plugin unter:
Je nach Spracheinstellung von WordPress kann dieser Bereich auch als „Obligatorisch“ oder „Must-Use“ bezeichnet werden.
Öffne anschließend einen Blogbeitrag im Frontend. Unter dem eigentlichen Inhalt sollte nun der Transparenzhinweis erscheinen.
Text und Zielseite anpassen
Am Anfang der Plugin-Datei befindet sich ein zentraler Einstellungsbereich:
function dit_ai_disclosure_settings(): array {
return array(
'page_path' => '/ki-transparenz/',
'text' => 'Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.',
'link_text' => 'Mehr zur Nutzung von KI',
);
}
Über diese drei Werte kannst du den Hinweis an deinen Blog anpassen.
page_path
Hier wird der relative Pfad zu deiner ausführlichen Informationsseite eingetragen:
'page_path' => '/ki-transparenz/',
Verwendest du beispielsweise eine Seite mit der Adresse /einsatz-von-ki/, muss der Eintrag entsprechend geändert werden:
'page_path' => '/einsatz-von-ki/',
text
Dieser Wert enthält den eigentlichen Transparenzhinweis:
'text' => 'Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.',
Eine alternative Formulierung könnte lauten:
Bei der Erstellung dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge unterstützend zum Einsatz. Der Inhalt wurde anschließend redaktionell geprüft.
Ich würde vermeiden, pauschal zu schreiben, der Beitrag sei vollständig „von einer KI erstellt“ worden, wenn die KI lediglich bei einzelnen Arbeitsschritten geholfen hat.
Die Formulierung sollte möglichst genau zum tatsächlichen Entstehungsprozess passen.
link_text
Damit wird die sichtbare Beschriftung des Links festgelegt:
'link_text' => 'Mehr zur Nutzung von KI',
Weitere mögliche Formulierungen sind:
- Informationen zur KI-Nutzung
- Mehr zur KI-Transparenz
- So verwende ich künstliche Intelligenz
- Hinweise zur Erstellung dieses Beitrags
Abstand und Gestaltung verändern
Die Darstellung befindet sich ebenfalls direkt in der Plugin-Datei.
Der Hinweisblock verwendet unter anderem folgende CSS-Regeln:
.dit-ai-disclosure {
margin-top: 2.25rem;
margin-bottom: 20px;
padding: 0.8rem 1rem;
border-left: 3px solid rgba(127, 127, 127, 0.5);
border-radius: 4px;
background: rgba(127, 127, 127, 0.08);
color: inherit;
font-size: 0.9rem;
line-height: 1.55;
}
Über margin-bottom lässt sich beispielsweise der Abstand zu Inhalten steuern, die dein Theme anschließend ausgibt:
margin-bottom: 20px;
Das können unter anderem Autorenboxen, ähnliche Beiträge, Werbeblöcke oder Kommentarbereiche sein.
Möchtest du einen größeren Abstand, kannst du den Wert beispielsweise auf 30px erhöhen:
margin-bottom: 30px;
Warum eine ausführliche KI-Transparenzseite sinnvoll ist
Ein kurzer Hinweis unter einem Beitrag bietet nur wenig Platz für Erklärungen. Eine separate Transparenzseite ermöglicht es dagegen, die eigene Arbeitsweise verständlich zu beschreiben.
Dort kannst du unter anderem erläutern:
- welche KI-Werkzeuge du verwendest,
- bei welchen Arbeitsschritten sie eingesetzt werden,
- ob Texte vollständig oder nur teilweise unterstützt werden,
- wie Fakten und technische Aussagen kontrolliert werden,
- wie du KI-generierte oder bearbeitete Bilder behandelst,
- ob eigene Tests und Erfahrungen in die Beiträge einfließen,
- wer die redaktionelle Verantwortung trägt.
Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des europäischen AI Acts gelten seit dem 2. August 2026. Sie betreffen unter anderem bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte sowie deren Kennzeichnung. Welche konkrete Pflicht besteht, hängt jedoch von der Art des Inhalts, dem verwendeten KI-System, der menschlichen Kontrolle und dem jeweiligen Veröffentlichungszusammenhang ab.
Das hier vorgestellte Plugin schafft eine technische Möglichkeit, Leser sichtbar über eine KI-Unterstützung zu informieren. Es entscheidet jedoch nicht automatisch, ob im jeweiligen Einzelfall eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht besteht.
Wichtiger rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag, das bereitgestellte MU-Plugin und die vorgeschlagenen Formulierungen stellen keine Rechtsberatung und keine rechtsverbindliche Aussage dar.
Die rechtlichen Anforderungen können sich abhängig von der Art der Inhalte, dem Umfang der KI-Nutzung, der redaktionellen Bearbeitung, dem Sitz des Betreibers und der angesprochenen Zielgruppe unterscheiden.
Das Plugin garantiert daher nicht automatisch die Erfüllung sämtlicher gesetzlicher Informations- oder Kennzeichnungspflichten.
Bei rechtlichen Zweifeln sollte die konkrete Umsetzung immer durch einen entsprechend qualifizierten Fachanwalt, insbesondere aus dem Bereich IT-Recht, Medienrecht oder Wettbewerbsrecht, geprüft werden.
Auch andere Kennzeichnungspflichten bleiben von diesem Plugin unberührt. Ein KI-Transparenzhinweis ersetzt beispielsweise keine eventuell erforderliche Kennzeichnung von Werbung, Affiliate-Links, gesponserten Beiträgen oder Produktplatzierungen.
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert das Plugin mit jedem WordPress-Theme?
Das Plugin verwendet den WordPress-Filter für den eigentlichen Beitragsinhalt. Daher sollte es mit den meisten klassischen Themes und Block-Themes funktionieren.
Einzelne Themes, Page Builder oder speziell programmierte Beitragsvorlagen können Inhalte allerdings auf andere Weise ausgeben. In solchen Fällen kann eine Anpassung erforderlich sein.
Kann ich den Hinweis bei einzelnen Beiträgen deaktivieren?
Ja. Im Beitragseditor befindet sich eine zusätzliche Checkbox. Wird sie aktiviert, erscheint der Hinweis bei diesem Beitrag nicht.
Wird der Hinweis auch auf WordPress-Seiten angezeigt?
Nein. In der aktuellen Version wird der Hinweis nur bei Beiträgen des Inhaltstyps post ausgegeben.
Kann ich den Text verändern?
Ja. Hinweistext, Linkbeschriftung und Zielseite befinden sich zentral am Anfang der PHP-Datei und können mit einem Texteditor angepasst werden.
Muss das Plugin im Backend aktiviert werden?
Nein. MU-Plugins werden automatisch geladen, sobald sich die PHP-Datei direkt im Verzeichnis wp-content/mu-plugins befindet.
Kann das Plugin eine rechtliche Prüfung ersetzen?
Nein. Das Plugin stellt lediglich die technische Funktion für einen sichtbaren Hinweis bereit. Ob der Text und die Art der Kennzeichnung im konkreten Anwendungsfall ausreichen, sollte bei Unsicherheit rechtlich geprüft werden.
Fazit
Mit diesem kleinen WordPress MU-Plugin lässt sich ein KI-Transparenzhinweis automatisch unter Blogbeiträgen einfügen.
Die Lösung ist bewusst einfach gehalten:
- automatische Ausgabe unter Beiträgen,
- dezente und responsive Darstellung,
- Link zu einer ausführlichen Transparenzseite,
- individuelle Deaktivierung pro Beitrag,
- keine zusätzliche Plugin-Konfiguration,
- keine Abhängigkeit vom verwendeten Theme,
- kostenloser Download als einzelne PHP-Datei.
Gerade bei Blogs mit vielen bestehenden und zukünftigen Beiträgen ist eine automatische Lösung deutlich komfortabler, als den Hinweis jedes Mal manuell in den Inhalt einzufügen.
Wichtig bleibt jedoch: Das Plugin ist ein technisches Hilfsmittel und keine Garantie für die Erfüllung rechtlicher Vorgaben. Die Formulierung und der Einsatz sollten immer zum tatsächlichen Umgang mit künstlicher Intelligenz passen.
Letzte Aktualisierung am: 03. August 2026


