Wenn du ein Shelly-Gerät einrichtest, kommst du früher oder später mit der Shelly Cloud in Kontakt. Über sie lassen sich Geräte verwalten, von unterwegs steuern, in Szenen einbinden und mit Diensten wie Alexa oder Google Home nutzen.
Doch was genau ist die Shelly Cloud eigentlich? Welche Funktionen bietet sie, wann ist sie wirklich praktisch und wo liegen ihre Grenzen?
In diesem Beitrag zeige ich dir, wie die Shelly Cloud funktioniert, wie du darauf über den Browser oder die Shelly Smart Control App zugreifst und welche Möglichkeiten sie im Alltag bietet. Außerdem schauen wir uns an, welche Funktionen von der Cloud abhängig sind und was lokal weiterhin möglich bleibt.
Was ist die Shelly Cloud?
Die Shelly Cloud ist vereinfacht gesagt ein Online-Dienst, über den du deine smarten Shelly-Geräte verwalten, konfigurieren und von unterwegs erreichen kannst. Deine Geräte verbinden sich dabei über das Internet mit der Shelly Cloud und können anschließend über die Shelly Smart Control App bedient werden.

Das bringt viele komfortable Möglichkeiten mit sich. Du kannst zum Beispiel deine Rollläden zu einer bestimmten Uhrzeit herunterfahren lassen, das Licht per Sprachassistent steuern oder auch von unterwegs prüfen, ob ein Gerät noch eingeschaltet ist. Ebenso kannst du aus der Ferne Aktionen auslösen, etwa die Gartenbewässerung starten, während du im Urlaub bist.
Kurz gesagt: Die Shelly Cloud macht dein Smart Home komfortabler und einfacher erreichbar. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch eine Abhängigkeit von Internetverbindung und Cloud-Dienst. Genau deshalb lohnt sich der Blick darauf, was mit Shelly auch ohne Cloud noch funktioniert.
Die wichtigsten Funktionen der Shelly Cloud auf einen Blick
Die Shelly Cloud erweitert deine Shelly-Geräte um zahlreiche Komfortfunktionen. Dazu gehören unter anderem der Fernzugriff über das Internet, Push-Benachrichtigungen, die Sprachsteuerung über Alexa oder Google Home sowie die Erstellung von Szenen und Automationen.
Die folgende Tabelle zeigt, welche Funktionen über die Shelly Cloud verfügbar sind und welche Möglichkeiten auch ohne Cloud weiterhin bestehen.
| Funktion | Über Shelly Cloud möglich | Lokal ohne Cloud möglich |
|---|---|---|
| Schalten im lokalen Netzwerk | ✅ | ✅ |
| Weboberfläche des Geräts | ✅ | ✅ |
| Lokale Zeitpläne | ✅ | ✅ |
| Shelly Scripts | ✅ | ✅ |
| MQTT | ✅ | ✅ |
| Home Assistant | ✅ | ✅ |
| Push-Benachrichtigungen | ✅ | ❌ |
| Fernzugriff von unterwegs | ✅ | ❌ |
| Alexa & Google Home | ✅ | ❌ |
| Geräte über die Shelly App außerhalb des Heimnetzes steuern | ✅ | ❌ |
| Shelly Szenen | ✅ | ❌ |
Wie greift man auf die Shelly Cloud zu?
Für den Zugriff auf die Shelly Cloud gibt es zwei Möglichkeiten. Beide Varianten setzen voraus, dass deine Shelly-Geräte mit dem Internet verbunden sind und die Cloud-Funktion auf dem jeweiligen Gerät aktiviert wurde.

Zugriff über den Webbrowser
Die erste Möglichkeit ist der Zugriff über den Webbrowser. Nach der Anmeldung mit deinem Shelly-Konto kannst du deine Geräte, Räume und Szenen bequem verwalten. Besonders praktisch ist dies auf einem PC oder Notebook, wenn mehrere Geräte konfiguriert oder Automationen erstellt werden sollen.
Über die Cloud-Oberfläche lassen sich unter anderem folgende Aufgaben erledigen:
- Geräte verwalten
- Räume und Gruppen anlegen
- Szenen erstellen
- Zeitpläne konfigurieren
- Geräte mit anderen Personen teilen
- Energieverbrauch auswerten (geräteabhängig)
Zugriff über die Shelly Smart Control App
Die deutlich komfortablere Variante für den Alltag ist die kostenlose Shelly Smart Control App. Diese steht sowohl für Android als auch für iOS zur Verfügung und bietet nahezu den gleichen Funktionsumfang wie die Weboberfläche.
Über die App kannst du deine Geräte von überall auf der Welt steuern, Benachrichtigungen empfangen oder Automationen erstellen. Gerade für Einsteiger ist die App meist der erste Kontakt mit dem Shelly-Ökosystem.
Ein großer Vorteil der App ist die einfache Einrichtung neuer Geräte. Diese werden automatisch erkannt und können direkt einem Raum oder Gebäude zugeordnet werden.
Was passiert ohne Cloud?
Ohne aktive Shelly Cloud fallen vor allem die Komfortfunktionen weg. Dazu gehören der Fernzugriff von unterwegs, Push-Benachrichtigungen, die Steuerung über Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home sowie Shelly Szenen.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die lokale Weboberfläche eines Shelly-Gerätes. Solange sich dein Smartphone oder PC im gleichen Netzwerk befindet, kannst du das Gerät weiterhin direkt erreichen und steuern. Auch viele lokale Funktionen wie Zeitpläne, Shelly Scripts oder MQTT arbeiten unabhängig von der Shelly Cloud.
Dadurch eignet sich Shelly nicht nur für Cloud-basierte Smart-Home-Lösungen, sondern auch für Nutzer, die ihre Automationen möglichst lokal betreiben möchten.
Shelly Konto erstellen
Bevor du die Shelly Cloud nutzen kannst, benötigst du ein kostenloses Shelly-Konto. Dieses Konto dient später als zentrale Verwaltung für deine Geräte, Räume, Szenen und Benutzer.
Öffne zunächst die Webseite: https://control.shelly.cloud/



Auf der Startseite wählst du anschließend die Option „Neues Konto erstellen“ aus.
Im nächsten Schritt gibst du eine gültige E-Mail-Adresse sowie ein sicheres Passwort ein. Verwende hier unbedingt ein starkes und einzigartiges Passwort. Falls du dir schnell ein sicheres Passwort erstellen möchtest, kannst du dafür meinen kostenlosen Passwort-Generator nutzen: https://draeger-it.blog/passwort-generator/
Zusätzlich musst du den Nutzungsbedingungen sowie den Datenschutzbestimmungen zustimmen. Optional kannst du auch den Erhalt von Marketing-Informationen aktivieren. Diese E-Mails informieren unter anderem über neue Geräte, Firmware-Updates oder interessante Funktionen aus dem Shelly-Ökosystem.
Die Zeitzone kann während der Registrierung angegeben werden. Solltest du hier eine falsche Einstellung wählen, ist das kein Problem – diese lässt sich später jederzeit in den Kontoeinstellungen anpassen.
Nach dem Absenden des Formulars ist das Shelly-Konto direkt aktiv und du kannst dich sofort in der Shelly Cloud anmelden. Eine zusätzliche Aktivierung per E-Mail war in meinem Test nicht erforderlich.
Normalerweise kennt man von vielen Online-Diensten eine Bestätigung per E-Mail, also ein sogenanntes Opt-in-Verfahren. Bei der Shelly Cloud wurde dieser Schritt in meinem Test jedoch nicht abgefragt. Umso wichtiger ist es, direkt bei der Registrierung eine gültige E-Mail-Adresse und ein sicheres Passwort zu verwenden.
Einrichten eines neuen Gerätes in der Shelly Cloud
Nach der Erstellung deines Shelly-Kontos kannst du neue Geräte direkt über die Shelly Smart Control App hinzufügen. Dabei führt dich ein Assistent Schritt für Schritt durch die Einrichtung und verbindet das Gerät mit deinem WLAN sowie deinem Shelly-Konto.
Da sich die einzelnen Geräte in der Einrichtung leicht unterscheiden können, habe ich den kompletten Vorgang am Beispiel eines Shelly 1 Gen4 im oben eingebundenen YouTube-Video ausführlich gezeigt.
Zusätzlich findest du auf meinem YouTube-Kanal weitere Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Einrichtung verschiedener Shelly-Geräte.
Shelly Szenen in der Praxis
Eine der interessantesten Funktionen der Shelly Cloud sind die sogenannten Szenen. Damit lassen sich mehrere Geräte und Ereignisse miteinander verknüpfen, ohne dass zusätzliche Software oder ein separates Smart-Home-System benötigt wird.
So kann beispielsweise ein Sensor eine Aktion auslösen, sobald ein bestimmter Messwert erreicht wird. Typische Anwendungsfälle sind die Steuerung von Beleuchtung, Lüftern, Heizungen oder Bewässerungssystemen.
Wie eine solche Szene Schritt für Schritt eingerichtet wird, habe ich bereits in einem separaten Video am Beispiel eines Gewächshauses mit dem Shelly BLU H&T gezeigt. Dort zeige ich die komplette Erstellung einer Szene innerhalb der Shelly Cloud und deren praktische Anwendung.
Vor- und Nachteile der Shelly Cloud
Die Shelly Cloud macht die Einrichtung und Verwaltung von Smart-Home-Geräten besonders einfach. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch eine gewisse Abhängigkeit von Internetverbindung und Cloud-Diensten. Ob die Vorteile oder Nachteile überwiegen, hängt letztlich vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Vorteile
- Einfache Einrichtung neuer Geräte
- Fernzugriff von unterwegs
- Push-Benachrichtigungen auf das Smartphone
- Sprachsteuerung mit Alexa und Google Home
- Cloud-Szenen und Automationen
- Geräte mit Familie und Freunden teilen
- Verwaltung per App und Browser
Nachteile
- Abhängigkeit von Internet und Shelly Cloud
- Cloud-Szenen funktionieren bei Ausfall nicht mehr
- Kein Fernzugriff ohne Cloud
- Sprachassistenten benötigen meist die Cloud
- Datenschutz muss berücksichtigt werden
- Lokale Lösungen bieten mehr Kontrolle

Für wichtige Automationen setze ich persönlich bevorzugt auf lokale Lösungen wie Home Assistant, MQTT oder Shelly Scripts. Die Shelly Cloud nutze ich hauptsächlich für den Fernzugriff und die komfortable Verwaltung meiner Geräte.
Häufige Fragen zur Shelly Cloud
Ist die Shelly Cloud kostenlos?
Ja, die Shelly Cloud kann grundsätzlich kostenlos genutzt werden. Du benötigst dafür ein Shelly-Konto und kannst deine Geräte anschließend über die Shelly Smart Control App oder den Webbrowser verwalten.
Funktionieren Shelly-Geräte auch ohne Cloud?
Ja, viele Shelly-Geräte funktionieren auch ohne Cloud. Lokale Funktionen wie die Weboberfläche, Zeitpläne, Shelly Scripts, MQTT oder die Einbindung in Home Assistant können weiterhin genutzt werden.
Funktionieren Shelly Szenen ohne Internet?
Nein, Shelly Szenen werden über die Shelly Cloud verarbeitet. Fällt die Internetverbindung oder die Shelly Cloud aus, werden diese Szenen nicht mehr ausgeführt.
Brauche ich die Shelly Cloud für Alexa oder Google Home?
Ja, für die einfache Anbindung an Sprachassistenten wie Amazon Alexa oder Google Home wird in der Regel die Shelly Cloud benötigt.
Kann ich Shelly mit Home Assistant ohne Cloud nutzen?
Ja, Shelly-Geräte können lokal in Home Assistant eingebunden werden. Dadurch lassen sich viele Funktionen ohne Shelly Cloud nutzen.
Kann ich die Shelly Cloud später wieder aktivieren?
Ja, die Cloud-Funktion kann bei vielen Shelly-Geräten später wieder aktiviert werden. Dadurch kannst du bei Bedarf wieder Fernzugriff, App-Steuerung von unterwegs oder Cloud-Szenen nutzen.
Fazit
Die Shelly Cloud ist vor allem für Einsteiger und komfortorientierte Anwender eine sehr praktische Lösung. Geräte lassen sich einfach einrichten, zentral verwalten und bequem über App oder Browser steuern. Besonders Funktionen wie Fernzugriff, Push-Benachrichtigungen, Sprachsteuerung und Cloud-Szenen machen den Alltag im Smart Home deutlich angenehmer.
Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass mit der Cloud auch eine Abhängigkeit entsteht. Fällt die Internetverbindung oder die Shelly Cloud aus, stehen bestimmte Funktionen wie Fernzugriff, Sprachassistenten und Shelly Szenen nicht mehr zur Verfügung. Lokale Funktionen wie Weboberfläche, Zeitpläne, Shelly Scripts, MQTT oder Home Assistant bleiben dagegen weiterhin eine starke Alternative.
Für mich ist daher eine Kombination am sinnvollsten: Die Shelly Cloud nutze ich für Komfortfunktionen und den einfachen Fernzugriff. Wichtige Automationen würde ich jedoch möglichst lokal umsetzen, zum Beispiel über Home Assistant, MQTT oder Shelly Scripts. So bleibt das Smart Home komfortabel, aber trotzdem möglichst unabhängig.
Letzte Aktualisierung am: 22. Juni 2026

