Den Arduino UNO Q habe ich bereits ausführlich in meinem Beitrag
„Arduino UNO Q – Wenn dein Mikrocontroller plötzlich ein Mini-PC wird“ vorgestellt.
Dort ging es um die Hardware, das Konzept hinter dem Board und warum der UNO Q eigentlich kein klassischer Mikrocontroller mehr ist, sondern eher ein kleiner Linux-Rechner im Arduino-Format.
Auf meinem Board läuft aktuell die Debian-Version: Debian Linux „Trixie“ mit Buil-Version 20251229-457.
Diese habe ich mit dem offiziellen Flash-Tool installiert und damit die Grundlage geschaffen, den UNO Q wie einen Raspberry Pi zu nutzen – nur eben im Arduino-Formfaktor.
In dieser neuen mehrteiligen Reihe zeige ich dir Schritt für Schritt:
- wie du dich per Shell mit dem Arduino UNO Q verbindest
- wie du Python sauber einrichtest
- wie du kleine IoT-Projekte umsetzt
- und wie du das System professionell mit Datadog überwachst
Ziel ist es, den Arduino UNO Q nicht nur als Experimentierboard zu nutzen, sondern als vollwertigen Linux-IoT-Node mit Monitoring, Metriken und Dashboards.
Im ersten Teil starten wir ganz bewusst bei der Basis:
👉 Shell-Zugriff und Python-Setup.



Was wird benötigt?
Bevor wir mit der Einrichtung beginnen, benötigen wir nur wenige Komponenten:
- Arduino UNO Q
- PC oder Laptop im selben Netzwerk (für den Zugriff via SSH)
- USB-C Datenkabel (kein reines Ladekabel!)
- Arduino App Lab (zum Flashen und Verwalten des Debian-Images)
Der PC bzw. das Notebook muss sich im selben Netzwerk befinden wie der Arduino UNO Q, da wir später per SSH auf die Linux-Shell zugreifen werden.
Das USB-C Kabel benötigen wir mindestens für die Erstinstallation bzw. zum Flashen des Debian-Images. Danach erfolgt der Zugriff komfortabel über das Netzwerk.
Mit dem Arduino Flash Tool habe ich zuvor bereits das aktuelle Debian-Image installiert:
Debian image version 20251229-457
Wie das Funktioniert habe ich dir im Blogartikel https://draeger-it.blog/arduino-uno-q-wenn-dein-mikrocontroller-ploetzlich-ein-mini-pc-wird/#firmwareupdate-erforderlich-vor-dem-ersten-start erläutert.
Damit ist der Arduino UNO Q kein klassischer Mikrocontroller mehr, sondern ein kleiner Linux-Rechner – und genau das machen wir uns in dieser Reihe zunutze.
Zugriff per SSH – welche Möglichkeiten gibt es?
Der Zugriff auf die Linux-Shell des Arduino UNO Q ist auf mehreren Wegen möglich.
Grundsätzlich läuft alles über SSH (Secure Shell) – also eine verschlüsselte Netzwerkverbindung zum Debian-System auf dem Board.
Variante 1: SSH direkt über die Arduino App Lab
Die einfachste Möglichkeit ist die Nutzung der Arduino App Lab.
Dort kannst du dich direkt mit deinem Arduino UNO Q verbinden und erhältst Zugriff auf die Shell.
Diese Variante eignet sich besonders für den Einstieg, da:
- keine zusätzliche Software notwendig ist
- die Verbindung komfortabel aufgebaut wird
- grundlegende Verwaltungsaufgaben direkt möglich sind
Auch hier benötigst du natürlich die Zugangsdaten des Systems, insbesondere wenn du:
- Pakete installieren möchtest (
apt install) - Updates durchführst (
apt update / upgrade) - Systemänderungen vornimmst



Variante 2: Zugriff über ein externes SSH-Tool (z. B. PuTTY)
Alternativ kannst du dich mit einem klassischen SSH-Client verbinden, z. B.:
- PuTTY (Windows)
- Terminal (macOS / Linux)
- Windows PowerShell mit integriertem
ssh
Hierfür benötigst du:
- die IP-Adresse des Arduino UNO Q
- den Benutzernamen
- das Passwort
IP-Adresse & Zugangsdaten ermitteln
Die IP-Adresse des Arduino UNO Q kannst du auf zwei Wegen herausfinden:
- Über die Arduino App Lab
Wenn du das Board per USB mit deinem Rechner verbunden hast und dich über die App Lab verbindest, kannst du dort die Shell öffnen und den Befehl ifconfig ausführen. - Über deinen Router
Alternativ kannst du im Router (z. B. unter DHCP-Leases oder verbundene Geräte) nach dem Arduino UNO Q suchen. Dort findest du die aktuell vergebene IP-Adresse im lokalen Netzwerk.




Python auf dem Arduino UNO Q installieren
Nachdem die SSH-Verbindung steht, können wir den Arduino UNO Q wie einen klassischen Debian-Server behandeln – und genau das machen wir jetzt.
Zuerst aktualisieren wir das System:
sudo apt update
sudo apt upgrade -y
Anschließend installieren wir Python 3 sowie die benötigten Zusatzpakete:
sudo apt install -y python3 python3-pip python3-venv
Damit erhalten wir:
- python3 → die Python-Laufzeitumgebung
- python3-pip → Paketmanager für zusätzliche Bibliotheken
- python3-venv → virtuelle Umgebungen für saubere Projektstrukturen
Installation prüfen
Nach der Installation kannst du prüfen, ob alles korrekt eingerichtet wurde:
python3 --version
pip3 --version
Wenn beide Befehle eine Versionsnummer zurückgeben, ist Python einsatzbereit.
Projektstruktur anlegen
Auch wenn es nur ein kleines IoT-Projekt werden soll, empfehle ich von Anfang an eine saubere Struktur – so wie auf einem Raspberry Pi oder Linux-Server.
mkdir -p ~/projects/uno-q-iot
cd ~/projects/uno-q-iot
Nun legen wir eine virtuelle Umgebung an:
python3 -m venv .venv
source .venv/bin/activate
Ab jetzt arbeitest du isoliert in dieser Umgebung.
Neue Python-Pakete werden nur innerhalb dieses Projektes installiert.
Erster Test
Erstelle eine kleine Testdatei:
nano test.py
Inhalt:
from datetime import datetime
import platform
print("Arduino UNO Q – Python läuft")
print("Zeit:", datetime.now())
print("System:", platform.platform())
Speichern und ausführen:
python test.py
Wenn die Ausgabe erscheint, ist dein Arduino UNO Q nun bereit für kleine Python-IoT-Projekte.
Ausblick auf Teil 2: Erstes Python-IoT-Projekt mit Temperatursensor
Im zweiten Teil dieser Reihe verlassen wir die reine Systemebene und setzen ein erstes praktisches IoT-Projekt um.
Dabei lesen wir mit Python einen Temperatursensor am Arduino UNO Q aus und verarbeiten die Messwerte direkt unter Debian Linux.
Geplant ist:
- Anbindung eines digitalen Temperatursensors (z. B. DS18B20)
- Auslesen der Sensordaten per Python
- Ausgabe der Messwerte im Terminal
- strukturierte Weiterverarbeitung der Daten
Damit schaffen wir die Grundlage für:
- Logging von Messwerten
- spätere Visualisierung
- und die Integration in ein Monitoring-System wie Datadog
Das Ziel ist klar:
Der Arduino UNO Q soll nicht nur ein Linux-Board sein, sondern ein echter IoT-Knoten, der Sensordaten erfassen, verarbeiten und später überwachen kann.
FAQ – Arduino UNO Q, SSH & Python
Ist der Arduino UNO Q ein Mikrocontroller oder ein Linux-PC?
Der Arduino UNO Q ist technisch betrachtet kein klassischer Mikrocontroller wie ein Arduino UNO R3.
Er basiert auf einem Linux-fähigen SoC und läuft mit Debian Linux („Trixie“). Dadurch verhält er sich eher wie ein kleiner Raspberry Pi im Arduino-Formfaktor.
Welche Debian-Version läuft auf dem Arduino UNO Q?
In diesem Beitrag wurde die Version:
Debian Linux „Trixie“ – Build 20251229-457
verwendet.
Welche Version installiert ist, kannst du mit folgendem Befehl prüfen:
cat /etc/os-release
Wie verbinde ich mich per SSH mit dem Arduino UNO Q?
Der Zugriff erfolgt über das Netzwerk per SSH.
Dafür benötigst du:
- die IP-Adresse des Boards
- deinen Benutzernamen
- dein Passwort
Beispiel:
ssh benutzername@192.168.178.42
Alternativ kannst du die Arduino App Lab nutzen, um direkt eine Shell-Verbindung aufzubauen.
Ist Python auf dem Arduino UNO Q bereits vorinstalliert?
In der Regel ist Python 3 bereits im Debian-Image enthalten.
Empfohlen wird dennoch, folgende Pakete zu installieren:
sudo apt install -y python3 python3-pip python3-venv
Damit stehen dir pip und virtuelle Umgebungen zur Verfügung.
Kann ich den Arduino UNO Q wie einen Raspberry Pi verwenden?
Ja – zumindest im Linux-Userland.
Du kannst:
- per SSH arbeiten
- Pakete über apt installieren
- Python-Skripte ausführen
- Netzwerkdienste betreiben
- Monitoring-Tools wie Datadog installieren
Der große Unterschied liegt im Arduino-kompatiblen Formfaktor und der Pinbelegung.
Warum sollte ich eine virtuelle Python-Umgebung (venv) nutzen?
Eine virtuelle Umgebung sorgt dafür, dass:
- Projektabhängigkeiten isoliert bleiben
- das System nicht „verschmutzt“ wird
- unterschiedliche Projekte getrennt voneinander funktionieren
Das ist besonders wichtig, wenn später Monitoring-Bibliotheken oder IoT-Pakete installiert werden.
Kann ich mit dem Arduino UNO Q auch Sensoren per Python auslesen?
Ja.
Im nächsten Teil dieser Reihe wird ein Temperatursensor angebunden und direkt per Python ausgelesen.
Damit wird der Arduino UNO Q zu einem echten Linux-IoT-Node.
Letzte Aktualisierung am: 23. Februar 2026


