Mit dem Refoss R21 erweitert der Hersteller sein Portfolio um einen smarten WLAN-Schaltaktor mit zwei unabhängigen Kanälen. Damit lassen sich beispielsweise zwei Lichtkreise, Steckdosen oder andere Verbraucher komfortabel steuern.
Nachdem ich bereits das Modell R11 getestet habe, schaue ich mir in diesem Beitrag den neuen Refoss R21 genauer an. Neben der klassischen Schaltfunktion bietet das Gerät unter anderem Energiemessung, eine offene API sowie Unterstützung für MQTT und Home Assistant.
Ob sich das Modul für Smart-Home-Projekte und Automationen lohnt, zeige ich dir im folgenden Review.
Transparenzhinweis:
Der Refoss R21 wurde mir von der Firma Refoss kostenfrei für dieses Review zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf meine Bewertung. Der Beitrag spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung und meine eigenen Praxiserfahrungen mit dem Gerät wider.





Technische Daten
Auf der Webseite des Herstellers finden sich nur wenige konkrete Leistungsdaten zum Refoss R21. Einige wichtige Angaben sind jedoch direkt auf der Verpackung sowie auf dem Gerät selbst zu finden.


Technische Eckdaten des Refoss R21:
- Betriebsspannung (AC): 100 – 240 V AC, 50/60 Hz
- Betriebsspannung (DC): 24 – 30 V DC
- Maximale Last pro Kanal: 10 A
- Maximale Gesamtlast: 16 A
- Funkstandard: WiFi 2,4 GHz
- Bluetooth: BLE 5
Damit lässt sich der Refoss R21 sowohl in klassischen 230-Volt-Installationen als auch in Niederspannungsprojekten einsetzen. Die Funkverbindung erfolgt über WLAN im 2,4-GHz-Band, zusätzlich unterstützt das Gerät Bluetooth Low Energy (BLE 5), was unter anderem bei der Einrichtung hilfreich sein kann.
Offene Schnittstellen: API, MQTT und Webhooks
Ein Feature, das ich bereits beim Refoss R11 positiv hervorgehoben habe, findet sich auch beim neuen Refoss R21 wieder: die offenen Schnittstellen.
Während viele Smart-Home-Schalter ausschließlich über eine Hersteller-App oder Cloud gesteuert werden können, bietet Refoss hier deutlich mehr Flexibilität. Der R21 unterstützt unter anderem:
- HTTP API (JSON-RPC 2.0)
- MQTT
- Webhooks
Damit lässt sich das Gerät problemlos in eigene Automationen oder Smart-Home-Systeme integrieren. Besonders für Entwickler und Bastler ist das ein großer Vorteil, da sich der Schalter auch ohne Cloud-Abhängigkeit steuern lässt.
In Kombination mit Systemen wie Home Assistant, Node-RED oder eigenen IoT-Projekten eröffnet dies viele Möglichkeiten für individuelle Smart-Home-Lösungen.
Dass Refoss diese offenen Schnittstellen bereits beim R11 eingeführt hat und nun auch beim R21 weiterführt, ist aus meiner Sicht ein klarer Pluspunkt gegenüber vielen anderen Herstellern.
Energieverbrauch messen und sinnvoll nutzen
Ein weiteres praktisches Feature des Refoss R21 ist die integrierte Energiemessung. Der Schalter kann den aktuellen Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte erfassen und in der App anzeigen.
Das ist nicht nur interessant, um den Energieverbrauch einzelner Geräte im Blick zu behalten, sondern eröffnet auch praktische Automationen im Smart Home.
Ein typisches Beispiel ist die Benachrichtigung, wenn eine Waschmaschine oder ein Geschirrspüler fertig ist. Während des Betriebs verbrauchen diese Geräte eine deutlich höhere Leistung. Sobald der Stromverbrauch wieder auf nahezu 0 Watt fällt, kann automatisch eine Benachrichtigung ausgelöst werden.
Ein weiteres Einsatzszenario ist das Monitoring eines Balkonkraftwerks. Wird der Refoss R21 beispielsweise an einem Wechselrichter oder einer entsprechenden Steckdose betrieben, lässt sich die aktuell erzeugte Leistung überwachen und für Auswertungen nutzen.
Durch die Kombination aus Energiemessung, offener API und MQTT-Unterstützung lassen sich diese Daten auch problemlos in Systeme wie Home Assistant, Node-RED oder eigene IoT-Projekte integrieren.
Vergleich zum Refoss R11
Bereits vor einiger Zeit habe ich mit dem Refoss R11 ein ähnliches Modul vorgestellt. Dieses bietet jedoch nur einen einzelnen Schaltkanal und eignet sich damit hauptsächlich für die Steuerung eines einzelnen Verbrauchers, beispielsweise einer Lampe oder Steckdose.
Der Refoss R21 geht hier einen Schritt weiter und bietet zwei unabhängige Kanäle. Dadurch lassen sich entweder zwei Geräte separat schalten oder – im entsprechenden Modus – Rollläden und Jalousien steuern.

Auch bei den Schnittstellen bleibt sich Refoss treu: Wie schon beim R11 stehen offene Integrationsmöglichkeiten über HTTP, MQTT und API-Zugriffe zur Verfügung. Damit lässt sich das Modul problemlos in eigene Smart-Home-Projekte oder Systeme wie Home Assistant integrieren.
Wer also bereits mit dem R11 gearbeitet hat und mehr Flexibilität oder einen zweiten Kanal benötigt, findet im R21 eine sinnvolle Erweiterung.
Einsatzmöglichkeiten des Refoss R21
Wie bereits erwähnt bietet der Refoss R21 mit seinen zwei Kanälen deutlich mehr Möglichkeiten als ein einfacher WLAN-Schalter für Lampen oder Steckdosen. Neben der klassischen Schaltfunktion lässt sich das Modul auch zur Steuerung von Rollläden oder Jalousien einsetzen. In diesem Modus arbeiten beide Relais zusammen, um beispielsweise einen Rollladenmotor in die gewünschte Position zu fahren.
Ein weiterer interessanter Punkt ist die flexible Stromversorgung. Der Refoss R21 kann sowohl mit Wechselspannung (100–240 V AC) als auch mit Gleichspannung (24–30 V DC) betrieben werden. Dadurch ergeben sich zusätzliche Einsatzmöglichkeiten, etwa in kleineren Automations- oder Steuerungsprojekten.
Allerdings hätte ich mir hier zusätzlich eine Unterstützung für die im Smart-Home-Bereich sehr verbreiteten 12 V gewünscht. Viele DIY-Projekte und Steuerungen arbeiten mit dieser Spannung, wodurch sich der Einsatzbereich des Moduls noch einmal deutlich erweitern ließe.
Installation und Einrichtung
Die Installation und Einrichtung des Refoss R21 unterscheidet sich zunächst nicht von anderen smarten Schaltern. Für die Konfiguration stellt der Hersteller eine eigene App bereit, die im jeweiligen App Store bzw. Google Play Store heruntergeladen werden kann.
Nach dem Anschluss an die Stromversorgung kann das Gerät über die App hinzugefügt und mit dem heimischen 2,4-GHz-WLAN verbunden werden. In meinem Fall betreibe ich den Refoss R21 mit 230 V Wechselspannung, was für klassische Installationen im Haushalt der typische Einsatzfall sein dürfte.
Im oben verlinkten YouTube-Video zeige ich dir den gesamten Einrichtungsprozess Schritt für Schritt und gehe dabei auch auf die wichtigsten Einstellungen ein.
Sicherheitshinweis zur Installation
Beim Einsatz des Refoss R21 wird in vielen Fällen mit Netzspannung (230 V) gearbeitet. Arbeiten an solchen Installationen dürfen nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, da unsachgemäße Verdrahtung zu Sachschäden, Stromschlägen oder Brandgefahr führen kann.
Beachte daher unbedingt die grundlegenden Sicherheitsregeln beim Arbeiten an elektrischen Anlagen, wie zum Beispiel:
- Stromkreis spannungsfrei schalten
- gegen Wiedereinschalten sichern
- Spannungsfreiheit prüfen
Die Spannungsfreiheit sollte immer mit einem zweipoligen Spannungsprüfer geprüft werden, häufig auch Duspol genannt. Einfache Phasenprüfer („Lügenstift“) oder berührungslose Spannungsprüfer, die lediglich ein elektrisches Feld erkennen, sind für eine sichere Prüfung nicht geeignet.
Auch beim Betrieb mit Gleichspannung (z. B. 24 V) sollten elektrische Arbeiten nicht unterschätzt werden. Kurzschlüsse, Überlastungen oder falsch angeschlossene Geräte können ebenfalls Schäden verursachen.
Wenn du dir unsicher bist, solltest du die Installation von einer Elektrofachkraft durchführen lassen.
Kachel für den smarten Schalter R21 in der Refoss App
Der smarte Schalter verfügt über zwei Eingänge und Ausgänge welche unabhängig von einander geschaltet werden können. In der App werden diese jeweils mit separaten Tastern angezeigt wo wir dann über die App die Verbraucher steuern können.
Schaltung – smarter Schalter Refoss R21 mit Verbraucher und Steckdose
Nachfolgend eine kleine Schaltung mit dem R21, an diesem habe ich nun eine Steckdose sowie eine Lampe angeschlossen. Beide lassen sich getrennt mit einem Doppel-Lichschalter AN/AUS Schalten.
Ein coolen einsatzweck für die Werkstatt zeige ich dir im nächsten Beitrag!
Offene API – Steuerung per HTTP Request
Ein besonderes Highlight des Refoss R21 ist die offene API. Während viele smarte Schalter ausschließlich über die Hersteller-App oder eine Cloud gesteuert werden können, lässt sich der R21 auch direkt per HTTP Request ansprechen.
Das ist besonders praktisch, wenn du das Gerät in eigene Projekte, Skripte oder Automationen einbinden möchtest. So kann der Refoss R21 beispielsweise über einen ESP32, Raspberry Pi, Node-RED oder Home Assistant gesteuert werden, ohne dass dafür zwingend die App genutzt werden muss.
Die Kommunikation erfolgt über JSON-RPC 2.0 per HTTP. Damit lassen sich die einzelnen Kanäle gezielt ein- oder ausschalten.
Ein einfacher Request zum Einschalten eines Kanals sieht beispielsweise so aus:
http://192.168.178.130/rpc/Switch.Action.Set?id=1&action="on"
Dabei steht:
- 192.168.178.130 für die lokale IP-Adresse des Refoss R21
- id=1 für den ersten Kanal
- action=“on“ zum Einschalten des Relais
Zum Ausschalten kann der Request entsprechend angepasst werden:
http://192.168.178.130/rpc/Switch.Action.Set?id=1&action="off"
In meinem YouTube-Video zum Refoss R21 zeige ich dieses Beispiel ebenfalls kurz in der Praxis: Sobald der Request gesendet wird, schaltet das Relais unmittelbar und die angeschlossene Lampe wird aktiviert.

Eine vollständige Übersicht aller verfügbaren API-Funktionen findest du in der offiziellen Dokumentation von Refoss: https://docs.refoss.net/open-api/devices/r21
Gerade für Bastler und Entwickler ist diese offene Schnittstelle ein großer Pluspunkt, denn dadurch lässt sich der Refoss R21 sehr flexibel in eigene Smart-Home- oder IoT-Projekte integrieren.
Verbrauchsdaten per HTTP Request abrufen
Über die offene API lassen sich nicht nur die Relais des Refoss R21 steuern, sondern auch Messwerte des Energieverbrauchs abrufen. Dazu stellt das Gerät ebenfalls einen HTTP-Endpunkt bereit.
Mit folgendem Request können die aktuellen Verbrauchsdaten abgefragt werden:
http://192.168.178.130/rpc/Switch.Status.Get?id=1
Als Antwort liefert der Refoss R21 ein JSON-Objekt mit verschiedenen Statusinformationen, darunter auch die Messwerte zum Energieverbrauch. Dazu gehören unter anderem:
- momentane Leistung des angeschlossenen Geräts
- aufaddierter Energieverbrauch über einen bestimmten Zeitraum (z. B. monatlich)
Verbraucher ausgeschaltet
{
"id": 1,
"output": false,
"ts": 1773298249,
"apower": 0,
"voltage": 228020,
"current": 0,
"month_consumption": 3,
"month_consumption_rev": 0
}
Verbraucher eingeschaltet
{
"id": 1,
"output": true,
"ts": 1773380407,
"apower": 4633,
"voltage": 228150,
"current": 34,
"month_consumption": 3,
"month_consumption_rev": 0
}
In meinem Aufbau ist Kanal 1 mit der ID 1 erreichbar.
Soll der zweite Kanal ausgelesen werden, muss die ID entsprechend angepasst werden:
http://192.168.178.130/rpc/Switch.Status.Get?id=2
Diese Daten lassen sich sehr einfach in eigene Automationen oder Auswertungen integrieren. So können beispielsweise:
- Energieverbrauch überwacht werden
- Automationen bei bestimmten Leistungswerten ausgelöst werden
- Verbrauchsdaten in eigene Dashboards übernommen werden
Gerade in Kombination mit Systemen wie Node-RED, Home Assistant oder eigenen IoT-Projekten eröffnet die API hier viele Möglichkeiten.
Fazit und Ausblick
Damit haben wir den Refoss R21 erfolgreich installiert und eingerichtet. Bereits mit der Hersteller-App lassen sich die beiden Kanäle bequem steuern und dank der integrierten Energiemessung erhält man zusätzlich interessante Einblicke in den Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte.
Besonders spannend ist jedoch die offene API des Geräts. Dadurch lässt sich der Refoss R21 nicht nur über die App bedienen, sondern auch direkt in eigene Automationen und Smart-Home-Systeme integrieren.
Im nächsten Schritt möchte ich dir daher zeigen, wie du die API des Refoss R21 mit Node-RED ansteuern kannst. Dabei werden wir die Verbrauchsdaten automatisiert abrufen und in einem Flow weiterverarbeiten. So entsteht Schritt für Schritt ein leistungsfähiges Dashboard, mit dem du deine Geräte und deren Energieverbrauch komfortabel überwachen kannst.
Sei also gespannt auf den nächsten Beitrag!
Letzte Aktualisierung am: 13. März 2026





