Ein fehlendes oder leeres alt-Attribute bei Bildern wirkt auf den ersten Blick wie ein eher harmloser SEO-Fehler. In der Praxis ist es jedoch deutlich mehr als nur eine Kleinigkeit.
Gerade für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, die auf Screenreader angewiesen sind, stellen fehlende Alternativtexte ein echtes Hindernis dar. Inhalte werden nicht vollständig erfasst – im schlimmsten Fall gehen wichtige Informationen komplett verloren. Damit schließt man ungewollt genau die Nutzergruppen aus, für die barrierefreie Webseiten eigentlich gedacht sind.

Das Thema Barrierefreiheit ist dabei längst kein Nischenthema mehr.
Mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das am 28. Juni 2025 in Kraft getreten ist, wird digitale Barrierefreiheit insbesondere für Unternehmen im B2C-Umfeld deutlich relevanter.
In der Praxis zeigt sich allerdings schnell ein Problem:
In gewachsenen WordPress-Blogs – so wie auch auf meinem Technikblog – verliert man sehr leicht den Überblick darüber, in welchen Beiträgen noch Bilder ohne oder mit leerem alt-Attribut vorhanden sind.
Genau aus diesem Grund habe ich ein kleines WordPress-Plugin entwickelt, das direkt im Dashboard anzeigt, welche Beiträge und Seiten noch problematische Bilder enthalten – und wo man sofort nachbessern kann.
Bisheriger Workflow: ALT-Fehler per SQL und PDF-Liste prüfen
Bevor ich das Plugin gebaut habe, habe ich die Prüfung auf fehlende oder leere alt-Attribute über ein eigenes SQL-Statement direkt in phpMyAdmin gelöst.
Aus der Ergebnisliste habe ich mir anschließend ein PDF erzeugt, das ich als Arbeitsliste genutzt und manuell abgearbeitet habe.
select id, concat('https://draeger-it.blog/',post_name) as 'URL' from wp_posts
where post_content like ('%alt=""%')
and post_type = 'post'
and post_status = 'publish'
order by id desc;
Der Ansatz war technisch sauber und auch performant.
Um mir zumindest das wiederholte Zusammenbauen des SQL-Statements zu sparen, habe ich die Abfrage später in eine Datenbank-View ausgelagert – auch wenn sie natürlich weiterhin bei jeder Nutzung ausgeführt wird.
Der eigentliche Schwachpunkt blieb jedoch bestehen: der Medienbruch.
Sobald ich nach einer Korrekturrunde prüfen wollte, ob wirklich alle betroffenen Bilder korrigiert wurden, musste ich die Auswertung erneut starten und wieder eine neue PDF-Liste erzeugen.
Eine direkte Rückmeldung im WordPress-Backend, welche Beiträge noch offen sind, gab es nicht.
Gerade bei einem wachsenden Blog wie meinem Technikblog ist dieser Workflow zwar praktikabel, aber auf Dauer unnötig umständlich – vor allem dann, wenn man die ALT-Texte regelmäßig und nicht nur einmalig prüfen möchte.
Für wen ist das Plugin gedacht?
Das Plugin richtet sich an alle, die das Thema SEO in WordPress ernst nehmen und sich die Kontrolle auf fehlende ALT-Texte möglichst einfach und automatisiert abnehmen lassen möchten.
Gerade für Einsteiger und Anwender mit wenig technischem Hintergrund ist der Ansatz besonders hilfreich, da keine SQL-Abfragen, Exporte oder externe Tools nötig sind.
Stattdessen zeigt das Plugin direkt im WordPress-Dashboard, welche Beiträge und Seiten noch Bilder ohne oder mit leerem ALT-Attribut enthalten – und nimmt damit eine typische, aber oft vergessene SEO-Aufgabe zuverlässig ab.
So funktioniert das Mini-Plugin
Das Plugin ist bewusst sehr schlank aufgebaut und kommt vollständig ohne eigene Konfigurationsseite aus.
Nach der Aktivierung arbeitet es direkt im Hintergrund und erledigt genau eine Aufgabe:
Es prüft alle veröffentlichten Beiträge und Seiten in WordPress auf Bilder mit fehlenden oder leeren ALT-Attributen.
Konkret durchsucht das Plugin den Inhalt jedes Beitrags nach <img>-Tags und überprüft anschließend, ob ein alt-Attribut vorhanden ist – und ob dieses auch tatsächlich einen Inhalt besitzt.
Sowohl Bilder ohne alt-Attribut als auch Bilder mit einem leeren alt="" werden dabei als Fehler gewertet.
Sobald in einem Beitrag oder auf einer Seite mindestens ein solches Bild gefunden wird, taucht der entsprechende Eintrag automatisch in der Übersicht auf und wird gleichzeitig in der Zählung im Dashboard berücksichtigt.
Der große Vorteil dieser Lösung:
Du bekommst direkt im WordPress-Backend eine aktuelle und zentrale Übersicht darüber, welche Beiträge und Seiten noch Nacharbeit benötigen – ohne Exporte, ohne externe Tools und ohne zusätzlichen Pflegeaufwand.
Installation des Plugins
Das kleine Plugin stelle ich dir hier als ZIP-Datei zum Download bereit.
Die Installation ist bewusst einfach gehalten und entspricht dem ganz normalen WordPress-Workflow:
- Öffne in deinem WordPress-Backend den Menüpunkt Plugins → Plugin hinzufügen.
- Klicke oben auf Plugin hochladen (1) und wähle die heruntergeladene ZIP-Datei aus (2).
- Starte die Installation und aktiviere das Plugin anschließend.

Damit ist die Einrichtung bereits abgeschlossen.
Eine zusätzliche Konfiguration ist nicht erforderlich – nach der Aktivierung beginnt das Plugin automatisch damit, deine Beiträge und Seiten nach Bildern mit fehlendem oder leerem alt-Attribut zu prüfen und die Ergebnisse im Dashboard bereitzustellen.
Was sollte in einem guten ALT-Text stehen?
Ein ALT-Text sollte kurz und sachlich beschreiben, was auf dem Bild zu sehen ist und welche Information das Bild im jeweiligen Kontext transportiert.
Wichtig ist dabei:
Der ALT-Text ist kein Ort für Keywords oder Bildnamen, sondern eine inhaltliche Beschreibung für Menschen, die das Bild nicht sehen können – zum Beispiel bei der Nutzung eines Screenreaders.
Ein guter ALT-Text beantwortet im Grunde nur eine einfache Frage:
Welche Information würde mir fehlen, wenn das Bild nicht angezeigt wird?
Beispiele:
- Schlecht:
alt="bild1.jpg" - Schlecht:
alt="WordPress Plugin SEO ALT Audit" - Gut:
alt="Übersicht im WordPress-Dashboard mit Anzahl der Beiträge mit fehlenden ALT-Texten"
Gerade im Zusammenspiel mit dem hier vorgestellten Plugin hilft diese einfache Faustregel dabei, gefundene Lücken nicht nur schnell zu schließen, sondern die ALT-Texte auch inhaltlich sinnvoll zu formulieren.
Häufige Fragen zu fehlenden ALT-Texten in WordPress (FAQ)
Was ist ein ALT-Text in WordPress überhaupt?
Der ALT-Text (alternativer Text) ist eine kurze Beschreibung eines Bildes. Er wird von Screenreadern vorgelesen, wenn Nutzer das Bild nicht sehen können, und erscheint auch dann, wenn ein Bild technisch nicht geladen wird.
Warum sind fehlende ALT-Texte in WordPress ein Problem?
Fehlende oder leere ALT-Texte erschweren die Nutzung deiner Webseite für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und verschlechtern damit die Barrierefreiheit. Zusätzlich gehen wichtige Kontextinformationen verloren, die Suchmaschinen helfen, den Inhalt eines Bildes besser einzuordnen.
Findet das Plugin auch Bilder, bei denen zwar ein alt-Attribut vorhanden ist, der Inhalt aber leer ist?
Ja. Das Plugin berücksichtigt sowohl Bilder ohne alt-Attribut als auch Bilder mit einem leeren oder nur aus Leerzeichen bestehenden alt-Attribut.
Werden sowohl Beiträge als auch Seiten geprüft?
Ja. Das Plugin durchsucht automatisch alle veröffentlichten Beiträge und Seiten und wertet beide Typen getrennt im Dashboard aus.
Funktioniert das Plugin auch mit dem Gutenberg-Editor?
Ja. Da das Plugin den tatsächlich gespeicherten HTML-Inhalt eines Beitrags prüft, spielt es keine Rolle, ob der Beitrag mit dem Block-Editor (Gutenberg) oder dem Classic Editor erstellt wurde.
Werden automatisch geladene Bilder oder externe Einbindungen ebenfalls erkannt?
Nein. Bilder, die erst per JavaScript nachgeladen werden oder aus externen Einbindungen (z. B. iFrames) stammen, können von dem Plugin nicht zuverlässig geprüft werden.
Hat das Plugin Einfluss auf die Ladezeit meiner Webseite?
Nein. Die Prüfung findet ausschließlich im WordPress-Backend statt. Für Besucher deiner Webseite entstehen dadurch keine zusätzlichen Abfragen oder Ladezeiten.
Muss ich das Plugin regelmäßig manuell starten?
Nein. Nach der Aktivierung kannst du die Übersicht jederzeit im Dashboard aufrufen. Eine erneute Prüfung lässt sich dort per Klick auslösen, ohne dass zusätzliche Einstellungen notwendig sind.
Letzte Aktualisierung am: 11. Februar 2026

